Bundestagskandidatin Bettina Lugk ganz privat

Waschmaschine, W-Lan und Herd waren erst einmal das Wichtigste

Bettina Lugk, SPD-Kandidatin für die Bundestagswahl, wirbt auch auf jeder Menge Süßigkeiten mit ihrem Foto bei den Wählern.
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Bettina Lugk, SPD-Kandidatin für die Bundestagswahl, wirbt auch auf jeder Menge Süßigkeiten mit ihrem Foto bei den Wählern.

Um es vorweg zu sagen: Weit und breit gibt es kein rotes Sofa in ihrer Wohnung. Nur einen Laptop mit rotem Deckel. Und eine blaue Küche. Dass der Fernseher nicht funktioniert, hat Bettina Lugk erst gemerkt, als sie Fußball gucken wollte. Die SPD-Bundestagskandidatin Bettina Lugk ganz privat.

Märkischer Kreis – Die SPD-Bundestagskandidatin im Wahlkreis MK II ist BVB-Fan. Im Signal-Iduna-Park würde sie so gern einmal in voller schwarz-gelber Montur mitfeiern, aber im Moment geht es natürlich kurz vor der Bundestagswahl darum, mit den Wählern ins Gespräch zu kommen, sich bekannt zu machen, sie davon zu überzeugen, dass ihr die doch recht großen Fußstapfen von Dagmar Freitag passen.

Viel Humor und Schuhgröße 39

Bei Schuhgröße 39, viel Humor und der festen Überzeugung, dass man in der Politik viel Positives bewirken kann, hofft sie auf ein Direktmandat. Auf ihren Listenplatz 14 gibt sie nicht viel.

Ein Profi im politischen Geschäft

Bettina Lugk ist keine Frau, die sofort jegliche Aufmerksamkeit an sich reißen will. Sie wirkt zurückhaltend. Auf den ersten Blick. Dann aber wird schnell klar: Bettina Lugk, die „Zugereiste“, die Politikerin, die ihre Heimat Ludwigsfelde in Brandenburg hinter sich gelassen hat, um hier alles auf eine Karte zu setzen, ist ein Profi im politischen Geschäft.

Flipchart-Papier an einer Tür

Verheiratet, geschieden, Kinder? „Das habe ich ausgelassen“, erzählt die 39-Jährige lachend, die seit einiger Zeit Single ist. Sie hat nicht das Gefühl, jetzt kurz vor dem 40. Geburtstag Mutter werden zu müssen, weil die Zeit sonst davonlaufen könnte. „Man kann ja nichts erzwingen“, sagt sie schmunzelnd. Die kleine Dachgeschosswohnung in Iserlohn hat Bettina Lugk nach ihrer Nominierung übrigens möbliert gemietet. Etwa 35 Quadratmeter. Mit Schrägen. Und Flipchart-Papier gibt es an einer Tür, auf dem die Sozialdemokratin ihren nächsten Termin vorbereitet. „Waschmaschine, W-Lan und Herd waren erst einmal das Wichtigste“, erzählt die Bundestagskandidatin, die gerne kocht und besonders asiatisches Essen mag. Irgendwann würde sie gern eine etwas größere Wohnung mieten, am allerliebsten auch mit einem Arbeitszimmer. Obwohl: Bettina Lugk sitzt auch gern mit ihrem Laptop auf einer Bank im Freien und genießt die Natur beim Arbeiten. Die Oestertalsperre in Plettenberg findet sie zum Beispiel großartig. Gerade hat sie sich mit Blick auf die vielen heimischen Berge ein E-Bike gekauft, und weiß um die fehlenden Radwege. Schweißperlen hat sie, wenn die Lastwagen zu nahe an ihr vorbeirauschen.

Mitarbeiterin bei der Lebenshilfe

Als Bettina Lugk 2005 in die SPD eintrat, wollte sie keine Karriere als Politikerin machen. Es ging ihr um die Kommunalpolitik, darum, an Veränderungen mitzuwirken. 2006 saß sie bereits im Kreisvorstand. Sie war unter anderem Landesgeschäftsführerin der Jusos Brandenburg und Vorsitzende des SPD-Unterbezirkes Teltow-Fläming. Sie ist Angestellte der Verwaltung des Deutschen Bundestages und zudem Mitarbeiterin der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

„Ich bin knülle“ bedeutet in ihrer Heimat „Ich bin müde“

Von „Haus aus“ ist Bettina Lugk Geowissenschaftlerin und auch Verwaltungsfachwirtin. Aber warum wagt sie eine Kandidatur in einem Bundesland, deren Bürger Brötchen statt Schrippe sagen und für die der Satz „Ich bin knülle“ nicht „Ich bin müde“, sondern „Ich bin betrunken“ bedeutet? Dort, wo man angefangen habe, bleibe man immer das Küken. Der Nachteil des eingeschlagenen Weges: „Der Ruf der Zuverlässigkeit muss erst wieder entstehen“, sagt Bettina Lugk.

Mittagessen bei Mama

Wahlkreisarbeit, den Menschen zuhören, ist ihr wichtig. Abgehoben ist sie nicht, und dass sie allerorts auf Wahlplakaten ihr Gesicht sieht, findet sie merkwürdig. „Aber Gott sei Dank gefällt mir das Foto“, sagt sie lachend. Fehlt ihr etwas? Vermisst sie die Heimat? „Nein, nur das sonntägliche Mittagessen bei Mama. Und da besonders der Rotkohl“, meint die Politikerin, die ihre Eltern überzeugen konnte, sich einen Facebook-Account zuzulegen, um die politische Arbeit der Tochter zu verfolgen. „Damit sie wissen, wo ich abgeblieben bin.“

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