Absichtserklärung

Chinesen steigen bei Unternehmen im MK ein

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Die Werke von STP und WTP in Plettenberg sollen mehrheitlich an einen chinesischen Investor gehen.

Plettenberg – Die heimische Industrie befindet sich in einem Umbruch. Nach der Schließung des Dura-Standortes in Plettenberg und des Novelis-Werkes in Lüdenscheid hat die Firma Schmiedetechnik Plettenberg eine Absichtserklärung mit einem chinesischem Investor unterzeichnet.

„Wir wollen weiterhin national und international wachsen“, erklärt dazu Dipl.-Ing. Cornel Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung und Mitgesellschafter der Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG. 

„Mit unserer Wachstumsstrategie stoßen wir als mittelständisches Familienunternehmen an finanzielle Grenzen“, ergänzt Dipl.-Kfm. Mark Martin, kaufmännischer Geschäftsführer der Gruppe. Folgerichtig wurde aktiv ein strategischer Investor in Europa und Asien gesucht. 

"Letter of Intent" unterzeichnet

Nach zielführenden Verhandlungen kam es nun zu einer sogenannten Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Letter of Intent) zwischen der Vermögensverwaltung Plettenberg GmbH & Co. KG, als 100-prozentige Muttergesellschaft der Schmiedetechnik Plettenberg GmbH & Co. KG sowie der Werkzeugtechnik und der börsennotierten Zhejiang Shuanghuan Driveline Machinery Co., Ltd mit Sitz in Hangzhou, China. 

Demnach ist beabsichtigt, dass Shuanghuan 81 Prozent der bislang im Familienbesitz befindlichen Anteile an der STP und den Tochtergesellschaften sowie der WTP erwirbt. Zu den Tochterfirmen zählen Bearbeitungszentren in Tholey (Saarland) und Bad Emstal (Hessen).

Cornel Müller - hier im Gespräch mit MdL Inge Blask   - wird zukünftig Minderheitsgesellschafter bei STP.

 Cornel Müller behält seine 19 Prozent Anteile und zeigt sich sehr zuversichtlich, die STP-Gruppe mit seinem Kollegen Mark Martin und dem zuverlässigen und finanzstarken chinesischen Partner in eine neue Zukunft zu führen.

 Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte Mark Martin, dass das Unternehmen kürzlich in Abstimmung mit dem Betriebsrat und der IG Metall über einen „Belegschaftsbeitrag“ gesprochen habe. Die Rede sei von einer „fünfprozentigen Einsparung im Personalbereich.“ 

Mitarbeiter am Donnerstag informiert

Am Donnerstag habe man die 350 Mitarbeiter von STP und WTP über den 81-prozentigen Einstieg der Chinesen informiert. „Die Mitarbeiter haben es verstanden und gut aufgenommen“, so Martin, der von einem „kräftigen Abschwung“ sprach, der gerade viele Unternehmen treffe.

 Es sei ein größerer Kunde abgesprungen und man habe rund 60 Leiharbeiter in den auswärtigen Bearbeitungszentren freigestellt. Mittelfristiges Ziel sei es, die Wertschöpfungskette zu verlängern, doch angesicht der sich anbahnenden Krise fehlten dafür die Mittel. 

Chinesen "wollen in Europa wachsen"

„Die Chinesen geben uns das Geld, um diese Kette im Bereich der Hartbearbeitung weiter zu verlängern. Sie werden hier keine Maschine abbauen. Im Gegenteil, sie wollen in Europa wachsen“, betonte Martin gestern abschließend.

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