Esso in Menden schon zum zweiten Mal binnen zwei Wochen betroffen

Erneut Raubüberfall auf Tankstelle: Hat der MK-Serientäter zugeschlagen?

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Die Mendener Esso-Tankstelle, die bereits bei einer Serie von Überfällen 2017/18 zwei Mal betroffen gewesen war, ist jetzt im Januar 2020 erneut zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit überfallen worden (Archivbild).

Es verdichten sich die Anzeichen, dass im Märkischen Kreis ein Serientäter Tankstellen überfällt. Binnen zwei Wochen ereignete sich in Menden die dritte Tat.

  • Nach Überfällen auf die Mendener Tankstellen von Esso und Total (16.1.) wurde jetzt erneut Esso heimgesucht.
  • Wie beim ersten Überfall am 12. Januar (20.47 Uhr) lag die Tatzeit erneut an einem Sonntagabend (21.43 Uhr).
  • Angesichts der Tatsache, dass sich alle drei Täterbeschreibungen ähneln, schließt die Polizei einen Zusammenhang nicht aus.

Menden - Die Polizei hatte nach den Tankstellen-Überfällen in Menden vom 12. und 16. Januar 2020 selbst offensiv einen möglichen Zusammenhang hergestellt.

Ein solcher Hinweis fehlt jetzt in der Pressemitteilung zur dritten identischen Tat binnen zwei Wochen. Aber auf Nachfrage bestätigte ein Sprecher abermals, dass es auffällige Parallelen in den Täterbeschreibungen und Tatabläufen gebe.

Tankstellen-Überfall in Menden: Viellleicht Nachahmer-Effekte

Allerdings gelte es zu berücksichtigen, dass die öffentliche Berichterstattung auch Nachahmer-Effekte auslösen könnte. Insofern müsse der Täter nicht zwangsläufig in allen drei Fällen identisch gewesen sein.

Am Sonntag, 26. Januar um 21.43 Uhr habe der Täter den Verkaufsraum der Esso-Tankstelle an der Iserlohner Landstraße betreten und "ein Messer in bedrohlicher Weise auf den anwesenden Angestellten" gerichtet.

Fahndung nach Tankstellen-Räuber bleibt erneut erfolglos

"Er drängte ihn mit einem Tritt gegen das Bein hinter den Verkaufstresen und ließ sich das Bargeld in eine mitgebrachte grüne Plastiktüte stecken. Der Unbekannte entwendete gleichzeitig mehrere Schachteln Zigaretten aus der Auslage. Anschließend entfernte sich der Täter fußläufig in Richtung Menden", so die Polizei.

Der 19-jährige Mendener Angestellte sei unverletzt geblieben. Die Fahndung nach dem Räuber verpuffte abermals erfolglos.

Was in der Täterbeschreibung diesmal fehlt, ist ein Hinweis auf einen möglichen Akzent. Ansonsten sind Größe, Aussehen und Tatmerkmale sehr ähnlich.

Dritter Tankstellen-Überfall in Menden: die Täterbeschreibung

  • ca. 1,60 Meter groß
  • schwarze Haare
  • brauner Pullover mit Kapuze
  • dunkle Kappe
  • weiß/grünes Tuch vor dem Mund
  • dunkelgrüne Tüte
  • mit Messer bewaffnet

Hier lesen Sie unsere Berichterstattung vom 17. Januar 2020

Christof Hüls, einer der drei Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, spricht im Gespräch mit unserer Redaktion über die beiden jüngsten Tankstellen-Überfälle in Menden von "vielen Parallelen".

Verbunden mit dem nur logischen Hinweis, dass die Ermittler einen Zusammenhang der Überfälle von Sonntag- und Donnerstagabend nicht ausschließen können.

Die Total-Tankstelle an der Werler Straße in Menden ist am 16. Januar überfallen worden (Archivfoto).

In der Pressemitteilung zum Überfall von Donnerstagabend um 22.27 Uhr an der Werler Straße heißt es dazu: "Aufgrund der Täterbeschreibung schließt die Polizei nicht aus, dass es sich um denselben Mann handelt, der am Sonntagabend an der Iserlohner Landstraße Beute machte."

Wo sind Gemeinsamkeiten in Überfällen in Menden?

  • In beiden Fällen war der Täter mit einem Messer bewaffnet.
  • In beiden Fällen war der Täter vermummt, trug nach Angaben der Opfer bzw. nach Auswertung der Videoüberwachung ein Halstuch bzw. einen "Mundschutz".
  • In beiden Fällen mussten die Angestellten der Tankstellen die Beute in Form von Bargeld in eine Plastiktüte stecken.
  • In beiden Fällen wurde der Täter als 1,65 Meter groß und dunkel gekleidet beschrieben - unter anderem mit einem Kapuzenpullover.
  • In beiden Fällen sprach der Täter laut Polizei mit Akzent bzw. "schlechtes Deutsch".

So lief der Überfall auf Total-Tankstelle in Menden ab

Nach Angaben der Polizei betrat der Täter die Total-Tankstelle an der Werler Straße (Bundesstraße 7) am Donnerstagabend kurz vor 22.30 Uhr, als sich der Mitarbeiter gerade in der Spülküche aufgehalten habe.

"Als er um 22.27 Uhr aus dem Kassenraum Geräusche hörte, ging er nach vorn. Sofort bedrohte ihn der Unbekannte mit einem Messer. Weil er der Aufforderung nicht sofort nachkam, bekam er mehrere Tritte. Der Täter stieß Drucker und Tassen von der Theke auf den Boden. 

Der Mitarbeiter musste Geld in eine schwarze Plastiktüte stecken. Der Räuber flüchtete aus dem Ausgang nach rechts in Richtung Schwitten", so die Polizei, die zwar sofort mit starken Kräften nach dem Täter fahndete, was aber erfolglos blieb.

So wird der Täter aus Menden diesmal beschrieben

  • ca. 1,65 Meter groß
  • schlank
  • ca. 23 bis 26 Jahre alt
  • braune Augen
  • spricht Deutsch mit Akzent
  • blauer Kapuzenpullover
  • schwarze Hose
  • grünes Halstuch vor dem Gesicht
  • dunkles Cap
  • Sportschuhe 

Immer wieder Einbrüche und Überfälle auf Tankstellen in Menden

Im vergangenen Jahr hatte es in Menden eine Serie von Einbrüchen auf die HEM-Tankstelle an der B 515 gegeben. Anfang Februar, Ende April und Anfang November hatten Ganoven die "verkehrsgünstig" gelegene Tankstelle an der Hämmerstraße am Ortseingang von Menden gegenüber von Mc Donald's heimgesucht.

Zwischen Ende Dezember 2017 und Februar 2018 hatten vier Bewaffnete mit einer vierteiligen Einbruchsserie in Menden und Hemer Schlagzeilen gemacht. Die Bande konnte jedoch gefasst und verurteilt werden. Betroffen war damals gleich zwei Mal jene Esso-Tankstelle an der Iserlohner Landstraße, die zuletzt am vergangenen Sonntag überfallen worden war.

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