Fünf 17-bis 20-Jährige aus Balve, Hemer und Iserlohn waren Tankstellen-Räuber

Erste Festnahme nach Schießübungen im Hönnetal - nur 2500 Euro erbeutet

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Iserlohn - Nicht nur drei, sondern insgesamt sogar fünf Jugendliche bzw. junge Männer im Alter von 17 bis 20 Jahren aus Balve, Hemer und Iserlohn haben die Serie von vier bewaffneten Raubüberfällen auf Tankstellen in Menden und Hemer zwischen dem 29. Dezember 2017 und dem 29. Januar 2018 begangen. Dabei hatten sie gerade einmal etwa 2500 Euro Bargeld und Tabakwaren erbeutet. Auf einer Pressekonferenz haben Staatsanwaltschaft Arnsberg und Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis am Donnerstagmittag die Ermittlungsergebnisse vorgestellt.

Diese vier Taten werden zur Überfall-Serie gezählt

  • 1. Tat: Freitag, 29.12.2017, 0.40 Uhr, Esso-Tankstelle Iserlohner Landstraße in Menden
  • 2. Tat: Mittwoch, 24.1.2018, 21.37 Uhr, Shell-Tankstelle Lendringser Hauptstraße in Menden
  • 3. Tat: Samstag, 27.1.2018, 3.10 Uhr, Esso-Tankstelle Iserlohner Landstraße in Menden
  • 4. Tat: Montag, 29.1.2018, 20.35 Uhr, Star-Tankstelle Ihmerter Straße in Hemer
  • Der Versuch, die beim zweiten Überfall in Menden-Lendringsen erbeuteten Zigaretten in Hemer zu verkaufen, führte die Polizei schlussendlich auf die richtige Fährte. Denn ein Hinweisgeber meldete sich bei den Ermittlern und nannte den Vornamen des Verkäufers.

    "Dieser Hinweis aus der Bevölkerung, der mit unseren Ermittlungsergebnissen korrespondierte, brachte den Stein ins Rollen. Wir haben daraufhin auch verdeckte Ermittlungen initiiert - auch im Telekommunikationsbereich. Das erhärtete dann den Verdacht auf die Mittäter", erläuterte Kriminalhauptkommissar Heino Dönges, der eine dreiköpfige Ermittlungskommission des Kriminalkommissariates 11 leitet.

    Im Video: Polizei warnt potenzielle Nachahmer

    Spätestens nach dem dritten Überfall - dem zweiten auf die Mendener Esso-Tankstelle - sei klar gewesen, dass es sich um eine Serie handele.

    Bei Schießübungen im Hönnetal observiert

    Zuschlagen musste die Polizei dann schließlich, als die Tatverdächtigen im Hönnetal auf Mendener Stadtgebiet Schießübungen mit jener Schreckschusswaffe durchführten, die sie in Hagen gekauft und mit der sie auch die Überfälle in wechselnder Besetzung begangen hatten. Dabei wurden sie von einem Observationsteam der Polizei beobachtet.

    Handschellen klicken bei fingierter Verkehrskontrolle

    Bei einer fingierten Verkehrskontrolle klickten schließlich bei einem der drei Haupttäter aus Balve die Handschellen. Zwei Tage später waren drei weitere Tatverdächtige festgenommen, wenig später der fünfte. Sie alle wurden an ihren Wohnanschriften festgenommen - und waren teilweise merklich überrascht davon, dass ihnen die Polizei so schnell auf die Spur gekommen war.

    Je zwei der Täter wohnen in Iserlohn und Hemer, einer in Balve.

    Sie stellten den Ermittlungserfolg vor: (von links) Manfred Kurzawe (Direktionsleiter Kriminalität), Staatsanwalt Schmelzer, Ermittlungsleiter Heino Dönges und Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski.

    "Sie hatten sich zu einer Bande zusammengeschlossen. Drei von ihnen waren bei mehreren Überfällen beteiligt, dazu jeweils ein weiterer bei den ersten beiden Taten", so Heino Dönges. Die Haupttäter sitzen in Untersuchungshaft, die Haftbefehle gegen die anderen beiden wurden außer Kraft gesetzt. Auf den Handys der jungen Männer fanden die Ermitter teilweise sogar Fotos der Beute und die veröffentlichten Fahndungsfotos.

    Waffe, Taser und Schlagstock sichergestellt   

    In den polizeilichen Befragungen räumten die Tatverdächtigen die Überfälle teilweise ein. "Bei Durchsuchungen wurden Beweismittel sichergestellt, die Beweislage ist eindeutig, so dass die Ermittlungen bald abgeschlossen werden können", so Dönges. Die Beweisbilder aus den Überwachungskameras der Tankstellen werden bei der Beweisführung der Staatsanwaltschaft eine große Rolle spielen.

    Auf einem Tisch präsentierten der Arnsberger Staatsanwalt Schmelzer und die Polizei sichergestellte Gegenstände wie die Schreckschusswaffe (der in NRW üblichen Polizeiwaffe Walther P99 täuschend ähnlich) samt Munition, einen Taser, ein Messer, einen Schlagstock sowie Handschuhe, Mützen und Kleidungsstücke.

    Ob die Fünf auch noch für weitere Straftaten als Täter in Frage kommen, ist aktuell Gegenstand der finalen Ermittlungen.

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