Polizei wird nicht müde, eindringlich vor "falschen Polizisten" am Telefon zu warnen

Seniorin aus Menden geht Betrügern auf den Leim: Fünfstellige Summe "futsch"

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Märkischer Kreis - Sage und schreibe 25 Mitteilungen gibt es alleine in diesem Kalenderjahr aus der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis zum Thema "falsche Polizisten", die versucht haben, vor allem Senioren um deren Hab und Gut zu bringen. Immer wieder witterten potenzielle Opfer den Betrug - immer wieder aber kommen die Verbrecher auch ans Ziel. Aktuell ergaunerten sie am Mittwoch eine "niedrige fünfstellige Bargeldsumme" im Mendener Ortsteil Platte Heide. In Lüdenscheid und Halver fiel niemand auf die Masche herein.

Die Ermittler im Märkischen Kreis sind sicher: Die Dunkelziffer der begangenen Taten kreisweit dürfte weitaus höher liegen als die Zahl der zur Anzeige gebrachten Fälle, weil sich die Opfer im Nachhinein dafür schämen, auf die Trickbetrüger hereingefallen zu sein.

Wer Bargeld - oft Ersparnisse vieler, vieler Jahre - oder Schmuck an Unbekannte verloren hat, geht nicht immer zwingend zur Polizei, sondern macht die Verärgerung und Enttäuschung darüber mit sich alleine aus. Da ist sich die Polizei sicher.

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Fakt jedenfalls ist: Die Anrufe der "falschen Polizisten" reißen einfach nicht ab - und das trotz aller Warnungen der Polizeibehörden.

Sechs Anrufe in Lüdenscheid, sieben in Halver

Am Mittwoch gab in mehreren Städten des Märkischen Kreises entsprechende Anrufe bei Senioren: in Lüdenscheid (6), in Halver (7) und eben auch in Menden. Nur dort kamen die Täter laut Polizei zum Erfolg.

Viele Opfer von falschen Polizisten leben in ständiger Angst

"Allein in Halver sind bislang sieben Fälle zur Anzeige gebracht worden. Zwischen 10 und 12 Uhr gaben sich unbekannte Täter als Polizeibeamte aus. Die Angerufenen fielen nicht darauf herein, legten auf und verständigten die 'echte' Polizei", so die Ermittler.

In Lüdenscheid sei es ebenfalls zu mindestens sechs Straftaten gekommen. "In vier Fällen gaben sich die Täter als Polizeibeamte aus. In zwei Fällen als nahe Angehörige der Senioren. Auch hier verhielten sich glücklicherweise alle goldrichtig", so die Polizei.

Das wiederum war im Mendener Ortsteil Platte Heide leider nicht der Fall. Eine Seniorin, die im Bereich "In den Liethen" wohnt, wurde von den "falschen Polizisten" in ein längeres Telefonat verwickelt. "Letztlich übergab sie einem Geldabholer eine niedrige fünfstellige Bargeldsumme", so die Polizei. 

Der Geldabholer wird wie folgt beschrieben:

  • hellhäutig
  • etwa 20 bis 30 Jahre alt
  • groß und eher schlank
  • dunkle, gut geschnittene Haare
  • kein Bart
  • keine Brille
  • dunkel gekleidet

"Der gestrige Erfolg der Täter zeigt, dass es weiterhin dringend erforderlich ist, vor der Masche zu warnen. Sie richtet sich nahezu ausschließlich gegen ältere Mitmenschen. Daher ist es umso wichtiger, dass alle Bürgerinnen und Bürger mit ihnen bekannten Seniorinnen und Senioren darüber sprechen, wie die Täter vorgehen. Die Täter setzen alles daran, die Senioren glauben zu lassen, dass es sich um die echte Polizei handelt", so der eindringliche Appell der Polizei.

Die wichtigsten Hinweise in Kürze:

  • Die Polizei würde niemals Bargeld, Schmuck, Daten oder persönliche Dinge von Ihnen fordern. Übergeben Sie nichts an unbekannte Personen.
  • Geben Sie niemals Details zu Ihren Lebensumständen, Daten oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie keine Unbekannten in Ihre Wohnung. Fordern Sie immer eine Legitimation ein. Rufen Sie ggf. bei der Behörde, von der die vermeintliche Amtsperson stammt, selbst an. Lassen Sie die Person so lange vor der verschlossenen Tür warten.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Beim geringsten Zweifel: Rufen Sie die Polizei unter Notruf 110 an.

Sachdienliche Hinweise zu den aktuellen Fällen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

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