Bürgermeister-Brief aus Halver, Lüdenscheid und Iserlohn

Öffnung der Schulen: Drei Städte aus Corona-Hotspot MK protestieren bei NRW-Schulministerin

Drei MK-Bürgermeister sehen den Wechselunterricht mit erheblichen Bedenken.
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Drei MK-Bürgermeister sehen den Wechselunterricht mit erheblichen Bedenken.

Kurz vor der Öffnung der Schulen für den Wechselunterricht am Montag wenden sich drei Bürgermeister aus dem Märkischen Kreis mit einer dringenden Bitte an NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer.

MK - Drei Städte im Corona-Hotspot Märkischer Kreis wollen auf die Öffnung der Schulen verzichten, um auf diesem Weg vier Wochen Zeit zu gewinnen und mit weniger Kontakten die Pandemielage zu verbessern. Die Bürgermeister Sebastian Wagemeyer (Lüdenscheid), Michael Brosch (Halver) und Michael Joithe (Iserlohn) haben einen Brief an NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer geschrieben. (News zum Coronavirus im MK)

Kreis Märkischer Kreis
VerwaltungssitzLüdenscheid
Einwohner410.222 (Stand: 31. Dezember 2019)
Fläche1.061,06 Quadratkilometer

Schulöffnung in der Corona-Krise: Bürgermeister aus drei MK-Städte protestieren

In ihrer Begründung weisen die Bürgermeister auf die unverändert kritische pandemische Lage hin: Der Inzidenzwert des Märkischen Kreises liege nachhaltig bei über 100, aktuell bei 139. In Lüdenscheid mit zurzeit 179,77 und Halver mit 130,57 pendelten die Werte seit Tagen um 150 mit einer steigenden Tendenz.

In diesem Kontext sei es für sie als Bürgermeister, aber auch für viele Schulleiter, Lehrer und Schüler wie auch für die Elternvertreter in verschiedenen Schulpflegschaften unverständlich, warum zwei Wochen vor den Osterferien noch ein weitergehender Präsenzunterricht vorgesehen sei.

Ab Montag (15. März) ändert sich viel an Schulen in NRW. Es gibt neue Regeln - und jetzt auch die Möglichkeit, einen Corona-Schnelltest während der Unterrichtszeit durchzuführen.

„Von vielen Seiten bekommen wir das Feedback, dass der Wechselunterricht derzeit eher sogar schlechtere Ergebnisse liefert als die reine mobile Beschulung in den Monaten davor“, heißt es im Schreiben an die Ministerin weiter. Auch die dadurch noch schlechter planbaren Betreuungszeiten, die damit verbundenen schulorganisatorischen Herausforderungen und Absprachen mit Arbeitgebern stellten gerade die Eltern vor große Herausforderungen. Hinzu kämen, gerade vor dem Hintergrund der Mutationen, Ängste und Sorgen um die Gesundheit von Schülern und Lehrpersonal wie auch der Familien dahinter.

Iserlohn, Lüdenscheid und Halver gegen Schulöffnung in der Corona-Krise

„Sie können sicher sein, dass auch wir viele Perspektiven im Blick haben, ganz sicher auch das Wohl der Kinder, und auch wir sehen die hohe Bedeutung der Beschulung in Präsenz. Allerdings zweifeln wir doch stark an der Sinnhaftigkeit der Öffnung zwei Wochen vor den Osterferien und dies vor dem Hintergrund steigender und in unserem Falle deutlich zu hoher Inzidenzwerte“, schreiben die Bürgermeister an Gebauer.

Aus Sicht des Schulträgers halte man es in der aktuellen Lage für sinnvoller, den gegenwärtigen Status quo bis mindestens nach den Osterferien beizubehalten, um die Entwicklung der Inzidenzwerte zu beobachten. Die Entscheidung darüber obliege aber leider nicht den Schulträgern, sondern dem Ministerium.

„Wirklich unabdingbar?“

Daher bitten Brosch, Wagemeyer und Joithe eindringlich, noch einmal zu prüfen, ob ein Start weiterer Jahrgangsstufen in Phasen des Präsenzunterrichts in unseren Städten ab dem 15. März aus pandemischer Sicht tatsächlich sinnvoll und unter schulpolitischen Gesichtspunkten wirklich unabdingbar sei.

Die seit beinahe einem Jahr anhaltende pandemische Lage sei für alle Verantwortlichen eine große Herausforderung. Mit der begonnenen Impfung der Bevölkerung sei endlich ein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Daher könnten diese vier zusätzlichen Wochen durchaus einen großen Unterschied machen.

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