Kritik auch an Whatsapp-Gruppen

Homeschooling im MK: Vater äußert Kritik am Lernsystem

Schule in Corona-Zeiten kommt nicht bei allen im MK gut an
+
Schule in Corona-Zeiten kommt nicht bei allen im MK gut an.

Märkischer Kreis - Die vergangenen Monate waren in Hinblick auf die Corona-Krise nicht zuletzt für die Schulen ein großer Kraftakt. Nicht alle sind überzeugt von der Art und Weise des Homeschoolings.

Vom einen auf den anderen Tag mussten sie geschlossen werden und die Lehrer via Homeschooling mit den Schülern in Kontakt bleiben. „Sie wurden von jetzt auf gleich ins kalte Wasser geschmissen. Da suche ich nicht die Schuld bei der Schule, sie waren lediglich Befehlsempfänger“, erklärt ein Vater, dessen Sohn eine weiterführende Schule im Märkischen Kreis besucht. 

Aus Sorge vor Konsequenzen möchte er lieber anonym bleiben. Denn er übt Kritik an den Lernmethoden, die in der Corona-Zeit von verschiedenen Lehrern angeboten wurden. „Es gab drei Lernvarianten. Der Löwenanteil lag bei einem Lernprogramm.“ Dabei wurden PDF-Dateien auf der Schulhomepage hochgeladen, die nach Fertigstellung der Aufgaben an die beigefügten E-Mail-Adressen der Lehrer zurückgeschickt werden sollten. 

Die Aufgaben und Fächer sind nach Aussage des Vaters aber nicht immer vollständig gewesen, es habe mehrere Updates gegeben. „Das deutet für mich daraufhin, dass sich die Lehrer nicht an Fristen gehalten haben.“ 

Verschiedene Lernmethoden für Zuhause

Es sei mitunter schwierig gewesen, alle Informationen aus dem Lernprogramm in einer logischen Reihenfolge abzuarbeiten. Neben der Lernprogramm-Variante habe eine andere Lehrkraft einen E-Mail-Verteiler für die Klasse erstellt und die Aufgaben einfach auf diesem Weg zugestellt. 

Für den Vater war dies die beste und logischste Variante. „Das hat einwandfrei geklappt. Wir haben unserem Sohn zu Beginn des Lockdowns einen PC gekauft. Er hat dadurch bessere Office-Kenntnisse erlangt. Zumindest war das ein positiver Aspekt.“ 

Whatsapp-Gruppe erntet Kritik

Die dritte, aber für den Vater „nicht nachvollziehbare“ Variante, war die Eröffnung einer Whatsapp-Gruppe. Eine Lehrerin soll einen Schüler beauftragt haben, diese Gruppe zu eröffnen. „Erst nach einigen Wochen sagte mir mein Sohn, dass er nicht in der Gruppe sei und somit keine Aufgaben erhalten habe.“ Das Problem konnte daraufhin gelöst werden, doch dem Vater stellten sich in der Folge einige Fragen: „Wie kann eine Lehrerin einen Schüler beauftragen, die Whatsapp-Gruppe zu eröffnen, ohne zu überprüfen, dass jeder Schüler der Klasse in der Gruppe ist? Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Einige Lehrer zeigten nicht das nötige Engagement.“ 

"Größter Kracher": einfach keine Aufgaben

Der nach Meinung des Vaters „größte Kracher“ ereignete sich aber in einer anderen Angelegenheit. In einem Fach wurden den Schülern der Klasse keine Aufgaben bereitgestellt, da die Lehrerin schon seit längerer Zeit fehlte. Eine Alternative wurde den Schülern nicht angeboten. „Für meinen Sohn war es wichtig, seine Note in diesem Fach zu verbessern, damit er ein gutes Zeugnis für anstehende Bewerbungen hat“, sagt der Vater. Daraufhin kontaktierte er erneut die Klassenlehrerin, die eine „Ersatzlehrerin“ für den Sohn auftrieb, sodass er nach Erledigung der von ihr gestellten Aufgaben seine eigene Note doch noch verbessern konnte. 

„Dies war aber nur möglich, weil wir uns darum bemüht haben. Allen Schülern wurde gesagt, dass sie ihre Note nur verbessern, aber nicht verschlechtern können. Da fehlte es bei einigen sicher an Antrieb.“ Das Fazit des Homeschoolings ist aus Sicht des Vaters durchwachsen: „Ich hätte mir für die Schüler ein einheitliches System gewünscht und nicht derart viele Lernvarianten. Natürlich wurde die Schule auch ins kalte Wasser geschmissen, aber auch nach Wochen war keine Verbesserung zu erkennen. Es hat sich nichts getan und es wurde keine Einsicht gezeigt.“ Er habe aber nochmals das Gespräch mit dem Schulleiter gesucht. „Seine Antwort war, dass es nach den Sommerferien ja wieder den normalen Präsenzunterricht geben werde...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare