Schadstoffärmer im Kreis unterwegs

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Erstmals erhielt ein von der Firma HJS nachgerüsteter Mercedes-Citaro-Bus die Betriebserlaubnis – und ist nun auf den Straßen des Kreises unterwegs.

Lüdenscheid - Schadstoffärmer im Kreis unterwegs ist seit dieser Woche ein Solo-Linienbus der Marke Mercedes (Citaro) der MVG: In Kooperation mit dem Unternehmen HJS wurde das Diesel-Fahrzeug von EuroV-Niveau auf EuroVI-Niveau aufgerüstet. 

Dieselfahrverbote, Abgas-Emissionen, Nachrüstung von Fahrzeugen: Nicht erst seit dem VW-Skandal gehen Verbraucher und Hersteller sensibel mit dem Thema Stickstoffoxide um – und suchen nach Möglichkeiten, den Ausstoß von gefährlichen Stoffen zu reduzieren. Erstmals ist es nun gelungen, einen Solo-Linienbus der Marke Mercedes (Citaro) auf das Euro VI-Niveau aufzurüsten und eine Betriebserlaubnis zu bekommen. Und dieser Bus ist ab sofort im Märkischen Kreis unterwegs. 

In dieser Woche wurde der nachgerüstete Bus der Märkischen Verkehrsgesellschaft und die Technik, die nun in ihm steckt, offiziell vorgestellt. Zu Gast am Lüdenscheider Betriebshof waren Axel Middendorf und Thomas Kortmann vom Mendener Unternehmen „HJS Emission Technology“, das für die Technik verantwortlich zeichnet. 

„Das Thema ist uns ein wichtiges Anliegen, deshalb freuen wir uns, dass wir das Projekt aufgrund unserer langjährigen Kooperation umsetzen konnten,“ erklärte MVG-Aufsichtsratsvorsitzender Karsten Meininghaus. Denn um die Technik, die mit einem von HJS entwickelten aktiven Thermo-Management-System arbeitet, unter realen Fahrbedingungen zu testen, stellte die MVG dem Unternehmen einen Bus zur Umrüstung zur Verfügung. „Die Richtlinie für uns ist, aus einem EuroV-Bus ein EuroVI-Fahrzeug zu machen“, erläuterte Axel Middendorf in seinem Vortrag. Das heißt: „Wir mussten die Emissionen um 85 Prozent absenken.“ 

Da dies gelungen sei, gab es für den Bus nun die Allgemeine Betriebserlaubnis. Und weitere sollen folgen: „Für zwei Millionen Euro können Sie vier Elektrobusse kaufen – oder aber 100 Dieselfahrzeuge nachrüsten“, rechnete Middendorf vor. Und: Allein die MVG könnte durch die Umrüstung ihrer 46 in Frage kommenden Fahrzeuge 36 800 Kilogramm Stickstoffoxide einsparen.

 Inwieweit die MVG in Zukunft auf diese umweltfreundlichere Alternative zurückgreifen werde, wolle man sehen, erklärte Geschäftsführer Gerhard Schmier. Voraussetzung dafür wären nicht zuletzt Fördermittel des Landes sowie ein positives Votum zur Nachrüstung bei den Aufsichtsratsgremien. Schmier betonte in diesem Zusammenhang: „Für mich ist der Dieselbus nicht tot.“

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