Hunderte Tierhalter betroffen

Ministerium erklärt Märkischen Kreis zur Seuchen-Sperrzone - Kreisveterinär warnt

+
Blauzungenkrankheit in Deutschland (Symbolbild).

[UPDATE 16.27 Uhr] Märkischer Kreis - Ein Verdachtsfall in Rheinland-Pfalz hat große Auswirkungen auf die heimischen Tierhalter. Im 150-Kilometer-Radius befindet sich auch der Märkische Kreis. Der Kreisveterinär warnt.

Nach einem weiteren bestätigten Fall der Blauzungenkrankheit bei Rindern in Rheinland-Pfalz ist das Sperrgebiet in Nordrhein-Westfalen vergrößert worden. 

Halter von Rindern, Schafen und Ziegen müssen nun mindestens zwei Jahre lang erhebliche Einschränkungen beim Handel und Transport von Tieren in Kauf nehmen. Im Märkischen Kreis gab es zuletzt 451 Rinderhalter mit 29.456 Tieren. Daneben existierten 71 Milcherzeuger mit 12.387 Milchkühen. 

Bei der Tierzählung 2010 waren 48 Schafhalter mit 2.648 Tieren im Märkischen Kreis registriert worden. Zudem gab es 27 registrierte Halter von Ziegen, die 150 Tiere besaßen. 

Stellungnahme des Kreisveterinärs

Am Nachmittag meldete sich auch der Veterinär des Märkischen Kreises, Dr. Dieter Sinn, zu Wort: 

Die Blauzungenkrankheit befällt vor allem Schafe und Rinder, aber auch Ziegen, Wildwiederkäuer und kamelartige Tiere (z.B. Lamas oder Alpakas). Sie ist für den Menschen vollkommen ungefährlich. Aufgrund der EU-Bestimmungen für die 150 km-Sperrzone gelten im gesamten Märkischen Kreis Einschränkungen für den Handel mit diesen Tieren.

Empfängliche Tiere dürfennur unter den bestimmten Bedingungen aus dem Sperrgebiet verbracht werden. Dies gilt auch für Samen, Eizellen oder Embryonen. 

Auch wenn der aktuelle Seuchenzug nur mit sehr gering ausgeprägten Krankheitsanzeichen einhergeht, sind diese oder der Verdacht darauf ebenfallssofort beim Veterinäramt anzuzeigen

Schafe können gering bis stark ausgeprägte Symptome zeigen, bei Rindern und Ziegen verläuft die Erkrankung meist ohne eindeutig erkennbare Krankheitsanzeichen. 

Mögliche Symptome können sein: Fieber, Apathie, Zyanosen (Blaufärbung), Geschwüre und Nekrosen in Haut und Maulschleimhaut, an Lippen, Flotzmaul, Zitzen und Euter sowie an den Gliedmaßen mit eventuell einhergehender Lahmheit.

Die Impfung empfänglicher Tiere gegen die Blauzungenkrankheit wird dringend empfohlen, da sie einen Schutz vor der Erkrankung bietet und den Transport von Tieren aus dem Restriktionsgebiet erleichtert. Wer seinen Bestand gegen den aktuell grassierenden Serotyp 8 des Blauzungen-Virus schützen lassen möchte, kann sichan seinen Hoftierarzt wenden. Damit Tiere als geimpft gelten, muss die Impfung vom Tierarzt dokumentiert werden.

In NRW ist die Seuche bislang nicht ausgebrochen. Das NRW-Verbraucherschutzministeriums erweiterte das Sperrgebiet neben dem Märkischen Kreis auch auf den Hochsauerlandkreis, Kreis Olpe, Hagen, Wuppertal und Ennepe-Ruhr-Kreis.

Weitere Tierseuche in NRW aufgetaucht

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare