Prozess nach brutalem Überfall auf Juwelierin

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Hagen/Dortmund - Wegen eines brutalen Raubüberfalls auf eine betagte Juwelierin steht ein 36-jähriger Serbe vom dem Hagener Schwurgericht.

Der Angeklagte soll die damals 77-jährige Geschäftsfrau im August 2016 in ihrem kleinen Schmucklädchen in Hagen überfallen und mit massiven Kopfschlägen bewusstlos geschlagen haben. Anschließend raffte der Räuber laut Anklage aus den Verkaufsvitrinen Schmuck im Wert von rund 300.000 Euro zusammen und floh. 

Die am Boden liegende schwerstverletzte Inhaberin wurde erst eine halbe Stunde später von einer Kundin entdeckt, schwebte wochenlang aufgrund ihrer schweren Kopfverletzungen in Lebensgefahr. Monatelang wurde vergeblich nach dem oder den Tätern gesucht. Außer DNA-Spuren an einer am Tatort verlorenen Tragetasche hatten die Fahnder keinen Hinweis auf die Täter, niemand hatte das Tatgeschehen oder verdächtige Personen beobachtet. 

Als im Dezember 2016 in Hamburg ein vergleichbarer brutaler Raubüberfall auf einen betagten Inhaber verübt wurde, gab Martin Winckel, seit 1970 Inhaber des "Internationalen Juwelier-Warndienstes " mit Sitz in Lünen, den entscheidenen Hinweis. Die genetischen Fingerabdrücke einer der beiden festgenommenen Räuber wurden mit den Spuren am Hagener Tatort verglichen und führten zum Treffer. Zu Prozessbeginn ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger erklären, dass er den Raub und die brutale Misshandlung seines Opfers eingestehen werde. 

Die Richter signalisierten dem Angeklagten bereits, dass er mit einer hohen Strafe zu rechnen habe. Derzeit verbüßt dieser für den Raubüberfall auf dem Hamburger Goldschmied bereits eine achtjährige Gefängnisstrafe.

Für den Tippgeber Winckel, der vernetzt ist mit mehreren tausend Juwelieren, ist die Vorgehensweise des Angeklagten Ausdruck einer wachsenden Gewaltbereitschaft bei Übergriffen auf Schmuckhäuser: "Die Brutalität gegenüber Menschen hat deutlich noch weiter zugenommen" erklärte Winckel gegenüber unserer Zeitung.

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