Unfallstatistik

Weniger Unfälle und weniger Verkehrstote im Märkischen Kreis

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Symbolbild

Märkischer Kreis - Geringfügig weniger Verkehrsunfälle im Kreisgebiet, weniger Kollisionen mit Verletzten, ein deutlicher Rückgang der Zahl der Verkehrstoten – und im Blick auf Unfallfluchten, bei denen Personen zu Schaden kamen, eine Aufklärungsquote weit über dem Landesdurchschnitt.

Das sind die Eckpunkte des Jahresberichts, den die Verkehrsdirektion der Polizei am Dienstag präsentierte. Kreis-Polizeichef Michael Kuchenbecker spricht seinen „hochmotivierten und qualifizierten Kollegen“ für ihre „akribische Arbeit auf der Straße“ ein dickes Lob aus. 

Unfallursache Nummer eins: Raserei

Vor allem bei der Bekämpfung der Raserei – mit 57 776 Verstößen weiter Unfallursache Nummer eins – wollen die Verantwortlichen am Ball bleiben. Laut Kuchenbecker bleibt es beim Prinzip, Tempokontrollen öffentlich anzukündigen. „Wir sind fair und keine Heckenschützen.“ Es gehe um den Schutz aller Verkehrsteilnehmer. 

Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr im Kreisgebiet 14 732 Verkehrsunfälle, 55 weniger als 2018. Die Anzahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, sank 2019 um 41 auf 1173, das entspricht einem Rückgang von 3,4 Prozent. Klaus Croce, stellvertretender Direktionsleiter Verkehr bei der Kreispolizeibehörde, sagt zu der Statistik: „Wenn die Balken weiter nach unten gehen, sind wir auf dem richtigen Weg.“ 

Schwerwiegender Sachschaden entstand nach letzten Berechnungen bei 362 Zusammenstößen, 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Unfälle, die Kraftfahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss verursacht haben, hat sich im vergangenen Jahr um neun auf 85 erhöht. 

Weniger Unfälle trotz höherer Verkehrsdichte

Die durchschnittlich sinkenden Unfallzahlen stehen nach aktueller Auskunft aus dem Straßenverkehrsamt im Widerspruch zu der wachsenden Verkehrsdichte auf den Straßen des Kreises. Demnach waren im zurückliegenden Jahr 327 198 Kraftfahrzeuge im MK zugelassen, 3683 mehr als 2018. Dazu kommt eine wachsende Zahl auswärtiger Fahrer, vor allem im Güterverkehr. 

Sieben Menschen kamen 2019 auf den Straßen des Märkischen Kreises ums Leben, drei weniger als im Jahr zuvor. Bei den Todesopfern handelt es sich – wie 2018 – in vier Fällen um Kradfahrer, darunter ein 78-Jähriger auf einem Quad. 

Außerdem starben zwei Fußgänger in Hemer und Iserlohn – und in Plettenberg ein 28-Jähriger, der in einem offenen Kofferraum mitfuhr und auf die Fahrbahn stürzte. 

Eine Änderung im Strafgesetzbuch hat der Polizei laut Croce mehr Möglichkeiten bei der Aufklärung illegaler Autorennen eröffnet. Im zurückliegenden Jahr hat die Polizei in 21 Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet. 

Dabei werden zunehmend auch Fahrzeugdaten aus Bordcomputern ausgelesen. Drei Männer, die durch Iserlohn „geheizt“ waren, sind inzwischen gerichtlich belangt worden. 

Unfallflucht: Aufklärungsquote weit über NRW-Schnitt

„Äußerst zufrieden“ äußert sich Polizeichef Kuchenbecker über die Arbeit in Fällen von Unfallflucht. 2019 wurden 3079 Fälle angezeigt, 61 weniger als 2018. 

Von den 76 Unfallfluchten, bei denen Menschen verletzt wurden, konnten bisher 63 aufgeklärt werden. Damit stieg die Aufklärungsquote von 81,1 auf 82,9 Prozent. 

Landesweit liegt die Aufklärungsquote in diesen Fällen gerade einmal bei 40,8 Prozent.

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