Aktuelle Fälle in Werdohl und Neuenrade

Polizei warnt vor Anrufen von falschen Polizeibeamten

+
Symbolbild

[Update, 11.30 Uhr] Märkischer Kreis - Die Polizei im Märkischen Kreis warnt aktuell wieder vor falschen Polizeibeamten. Am Donnerstag verzeichnete sie mehrere telefonische Betrugsversuche. Insgesamt sind bisher fünf Fälle in Werdohl (1) und Neuenrade (4) bekannt geworden. Zu Schaden kam bisher niemand.

Die Täter versuchen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, ihre Opfer zur Herausgabe von Bargeld und Wertgegenständen zu bewegen. Die Angerufenen in Neuenrade und Werdohl sind nach Angaben der Polizei aber nicht auf die Masche hereingefallen.

Zum konkreten Vorgehen der Täter in diesen Fällen gibt die Polizei keine Auskunft. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt Polizei-Sprecher Marcel Dilling, wie die Betrüger in früheren Fällen vorgegangen sind. Erst kürzlich hatte die Staatsanwaltschaft in Köln einen 24-Jährigen wegen ähnlicher Fälle festgenommen.

Die Opfer werden genau ausgewählt

Demnach suchen sich die Täter, die oft als Gruppen agieren und eine große Zahl von potenziellen Opfern anrufen, ihre Zielpersonen genau aus: Von älteren Menschen etwa erhofften sich die Betrüger leichte Beute. In den fünf aktuellen Fällen waren die Opfer zwischen 76 und 82 Jahren alt.

Häufig geben sich die Täter als Kriminalbeamte aus. Sie behaupten, nach einer Straftat auf eine Liste gestoßen zu sein, die den Angerufenen als eventuelles Opfer eines zukünftigen Einbruchs ausweist. Ein Polizist würde die Wertsachen des Opfers abholen, um sie sicher zu verwahren.

Die Angerufenen sehen häufig die Notrufnummer 110 hinter einer Ortsvorwahl auf dem Telefon-Display als Nummer des Anrufers. Die Polizei rufe aber niemals von der 110 an, betont Dilling.

Falsche Scham ist unnötig

Häufig aber riefen die Kriminellen auch mit der Rufnummer der örtlichen Polizeiwache an und gäben sich auch als Beamte der jeweiligen Wache aus. Im Zweifel sollten Betroffene das Gespräch beenden und die Notrufnummer 110 wählen. „Die Polizei würde auch nie am Telefon nach Wertgegenständen fragen“, betont Dilling.

Die jetzt bekanntgewordenen Fälle seien nicht die einzigen: Immer wieder kämen derartige Anrufe vor, die Betrüger entwickelten ihre Maschen auch weiter. Vielen Betroffenen indes sei der Betrug so peinlich, dass sie ihn nicht der Polizei melden. „Da ist falsche Scham völlig unnötig“, sagt Marcel Dilling.

Die Polizei rät:

  • Lassen Sie Unbekannte nicht in Ihre Wohnung. 
  • Fordern Sie von vermeintlichen Amtspersonen eine Legitimation. 
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. 
  • Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. 
  • Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten. 
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis. 
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte.
  • Verständigen Sie im Verdachtsfall die Polizei unter Notruf 110.

Weitere Informationen zu dieser und weiterer Betrugsmaschen erhalten Sie auf www.polizei-beratung.de oder beim Kriminalkommissariat Kriminalprävention/Opferschutz unter Telefon 0 23 72/90 99 55 10.

Sachdienliche Hinweise zu den aktuellen Betrugsfällen nimmt die Polizei Lüdenscheid unter 0 23 51/90 99 52 11 oder 90 99 0 entgegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare