Kontrollen in Meinerzhagen und Kierspe

Polizei nimmt Tuning-Szene ins Visier

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Die Polizei hat am Wochenende in Meinerzhagen und Kierspe gezielte Kontrollen durchgeführt. Im Focus des Verkehrsdienstes standen Fahrzeuge aus der Tuning-Szene.

Meinerzhagen/Kierspe - Anlass der Kontrollen in Meinerzhagen war eine Tuning-Veranstaltung auf dem Flugplatz. Die Polizei postierte sich im Anfahrtsbereich der Veranstaltung, baute drei Radar-Anlagen auf und führte gezielt technische Kontrollen durch. Primär sollte es darum gehen, illegales Tuning zu entdecken und zu sanktionieren. 

Die Geschwindigkeitsmessungen rund um den Flugplatz und in Kierspe passierten insgesamt 2.339 Fahrzeuge. 225 waren zu schnell unterwegs. Bei 15 waren die Übertretungen laut Bilanz so hoch, dass sie jeweils mit einer Ordnungswidrigkeitenanzeige geahndet werden. 

Technische Mängel

28 Verstöße wegen technischer Mängel notierten die Beamten außerdem. "Es zeigte sich alles, was das illegale Tuning zu bieten hat", heißt es in der Mitteilung der Polizei: Unzulässige Anbauteile, überdimensionierte Rad-Reifenkombinationen, ungenehmigte lichttechnische Veränderungen, ungenehmigt tiefergelegte Fahrwerke. 

Viermal untersagten die Beamten die Weiterfahrt und stellten die Autos sicher, um die Mängel von einem Sachverständigen dokumentieren zu lassen. "Die Mängel werden mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Stilllegung zur Folge haben", heißt es.  


Manipulierte Abgasanlagen

Zwei Ford Mustangs kontrollierte die Polizei, deren Abgasanlagen manipuliert waren. Eine Geräuschpegelmessung (richtlinienkonform, wie in dem Bericht betont wird). In einem Fall erreichte der Wagen einen Standgeräuschwert von 119 Dezibel, erlaubt sind 92. 

Sichergestellt wurde auch ein überlauter Endschalldämpfer eines Motorrads - auch dem Biker wurde die Weiterfahrt untersagt. 

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20 angehaltene Fahrzeuge, sieben Anzeigen

Schon am Donnerstag hatte die Polizei in Kierspe bewusst jene Autos kontrolliert, die "erkennbar sportlich zurecht gemacht waren" - insgesamt hielten die Beamten 20 solcher Fahrzeuge an und schrieben sieben Ordnungswidrigkeitenanzeigen. Sie zählten Verstöße gegen die Ladungssicherungsvorschriften und die verbotene Nutzung von Smartphones während der Fahrt genauso wie illegales Tuning. 


Zwei VW Golf und ein 3er BMW wurden einem Sachverständigen zur Prüfung vorgeführt, das führte jeweils zu Anzeigen und zur sofortigen Stilllegung, respektive zur Einziehung der Zulassungsscheine und zur Entsiegelung der Kennzeichen. Die Mängel: schleifende Kotflügelkanten, manipulierte Abgasanlagen. Der BMW war so massiv tiefergelegt, "dass wortwörtlich kein Blatt Papier mehr zwischen Reifen und Kotflügelkante passte", schreibt die Polizei. 

Golf-Fahrer ist alter Bekannter

Die Halter der Fahrzeuge kommen aus Kierspe und der näheren Umgebung. Einer der Golf-Fahrer sei ein "alter Bekannter", heißt es: Er war bereits im Juli in Halver wegen der gleichen Verfehlungen aufgefallen und aus dem Verkehr gezogen worden. Er hatte einen Bußgeldbescheid und einen Punkt in Flensburg kassiert - zu einem Sinneswandel habe das wohl nicht geführt, folgert die Polizei. Die Konsequenz: Neuer Bußgeldbescheid, Punkte in Flensburg, neues Zulassungsverfahren nach vorgenommenem Umbau. 

Die Polizei bekräftigt abschließend ihre Absicht, solche Kontrollen auch in Zukunft zu wiederholen. 

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