Sicherheit im öffentlichen Raum

Immer ran an den Körper: So setzen Sie sich gegen Betrüger im Supermarkt zur Wehr

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Taschendiebstahl leicht gemacht: Besser ist es, den Geldbeutel am Körper zu tragen.

Fiese Tricks haben Betrüger drauf, um vor allem Senioren im Supermarkt zu bestehlen. Doch man kann ihnen den Diebstahl schwer machen.

Märkischer Kreis - „Ja, kennst Du mich denn nicht mehr? Wir waren doch so lange gute Arbeitskollegen...“ So oder ähnlich läuft die Anbahnung bei vielen Betrugsmaschen. 

Menschen mit finsteren Absichten versuchen, kurzfristig ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und dann Kasse zu machen. Mit billigsten Waren. Beliebte Tatorte sind - natürlich auch im Märkischen Kreis - Parkplätze an Supermärkten oder Baumärkten, aber auch Autobahnraststätten. 

Polizist war Ziel von Betrügern

Michael Hufnagel kennt die Maschen und die Täter dahinter. Der Kriminalhauptkommissar ist tätig im Dezernat für Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde. 

Hufnagel selbst wurde ebenfalls schon zum Ziel eines solchen Betrugsversuches. „Ich hab’ da was für Sie“, sprach ihn ein Mann auf dem Parkplatz eines Baumarktes an. 

Der vermeintlich freundliche Herr öffnete den Kofferraum seines Autos und zeigte dem Polizisten ein Messerset. „Das ist 1000 Euro wert“, versicherte der Möchtergern-Verkäufer, „aber für Sie kostet es nur 100.“ 

Und selbst dieses angebliche Schnäppchen wäre wohl noch überbezahlt gewesen. Hufnagel berichtete aus der Praxis. „Es gibt Produktionsstätten, die sind auf so etwas spezialisiert.“ 

"Fabrikneuer Sperrmüll"

So etwas, das ist „fabrikneuer Sperrmüll“, wie Hufnagel es nannte. Ware, die einem oberflächlichen Blick vielleicht noch standhält, aber mehr auch nicht. Das müssen keine Messersets sein, auch Lederjacken werden gerne angeboten oder Goldschmuck. „Das Gold sucht man dann aber vergebens“, machte Hufnagel klar. 

„In solchen Fällen müssen einfach die Alarmglocken schrillen.“ Er sehe seine wichtigste Aufgabe darin, Menschen für solche und andere Situationen zu sensibilisieren. Dazu gehöre es auch, auf das eigene Verhalten zu achten: „Wenn ich mein Portemonnaie auf dem Weg in den Supermarkt wie eine Monstranz vor mir hertrage, sende ich möglichen Tätern ein Signal“, sagte Hufnagel zum Thema Taschendiebstahl. 

Wenig mitnehmen

Weniger sei oft mehr. Eine kleine Börse zum Beispiel, die man unmittelbar am Körper tragen kann. Und auch besser in der Fronttasche der Hose als am Gesäß. Hufnagel richtete einen Appell an die Herren der Schöpfung: „Ich sollte Körperkontakt haben zu dem, was mir nicht abgenommen werden soll.“ 

Überhaupt könne man beobachten, dass viele Menschen einfach mit viel zu viel Utensilien unterwegs sind. Komme es dann zu einem Diebstahl, sei der Ärger mindestens so groß wie der Schaden. Der Polizeihauptkommissar erläuterte: „Wenn ich zum Beispiel zum Arzt gehe, brauche ich nur meine Krankenkassenkarte und vielleicht einen Notgroschen für ein Taxi.

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