Aktueller Fall in Iserlohn

Polizei MK warnt vor Grusel-Goofy und Momo - Kind (8) erhält Aufruf zum Selbstmord

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Erst Momo (rechts), jetzt "Grusel-Goofy": Die Online-Kettenbriefe stellen eine reale Gefahr für Kinder dar.

Märkischer Kreis - Welche Menschen programmieren so etwas? Whatsapp-Kettenbriefe mit Challenges sind der blanke Horror. Kinder sollen sich selbst töten oder andere verletzten. Ein aktueller Fall aus Iserlohn schreckt auf.

  • Grusel-Goofy und Momo sind Online-Kettenbriefe für Kinder
  • Von den Challenges geht eine große Gefahr aus - die Polizei MK warnt
  • Ein aktueller Fall aus Iserlohn: Ein Junge (8) erhielt die Aufforderung, sich umzubringen

Die Polizei im Märkischen Kreis nimmt einen aktuellen Fall aus Iserlohn zum Anlass, auf die Gefahren durch Online-Kettenbriefe und Challenges für Kinder hinzuweisen. Eltern sollten unbedingt einen Blick aufs Handy ihrer Kinder werfen - und eingreifen. 

Dringende Warnung der Polizei MK vor Grusel-Goofy und Momo

Das Erfolgsrezept ist schlicht: Man nehme eine Herausforderung ("Challenge"), würze sie mit reichlich Gruselfaktoren und bewerbe das Ganze als Kettenbrief über soziale Netzwerke im Internet. "So gehen Trends viral und erreichen leider auch viele Kinderstuben", weiß die Polizei. Sie fordert Eltern auf hinzuschauen, was ihr Nachwuchs im Netz und in sozialen Netzwerken treibt."

Phantasiegestalten geben vor, mit den Kindern "zu spielen"

Gruselgestalten wie "Grusel-Goofy" aus dem Internet sorgen in vielen Kinderseelen für Aufruhr und für Albträume. Über das soziale Netzwerk laden Phantasiegestalten ein, mit ihnen "zu spielen". Es beginnt oft mit harmlosen "Herausforderungen". 

Virtueller Kettenbrief bedeutet eine echte Gefahr und eine Straftat, wenn man ihn weiterleitet

Aus den spielerischen Aufgaben wird Ernst spätestens, wenn der Kettenbrief "an mindestens zehn andere Kinder" verschickt werden soll wie bei Momo - "Sonst fault dir heute Nacht der Arm ab." Oder wenn sich die Mitspieler im x-ten Schritt selbst töten sollen - wie in der vergangenen Woche ein Achtjähriger in Iserlohn, dessen Mutter Anzeige erstattete. 

Eine Altersklasse höher werden jugendliche Challenge-Teilnehmer animiert, sich selbst oder andere zu verletzen. Die virtuelle Gemeinschaft baut einen enormen Gruppenzwang auf. Wichtig: Wer Gewalt androht oder eine solche Drohung per Kettenbrief weitergibt, der macht sich strafbar (§§ 241 und 111 Strafgesetzbuch). Sich selbst oder andere zu verletzen, ist keine "Challenge". 

"Wer die Gefahren kennt, kann mit Kettenbriefen und Challenges besser umgehen", meldet die Polizei MK. Viele Netzwerke schreiben in ihren Geschäftsbedingungen nicht umsonst ein Mindestalter vor - WhatsApp zum Beispiel 16 Jahre. Der Umgang damit lässt sich aber vorher einüben - zum Beispiel mit den Eltern oder in der Schule. Generell sollten sich Kinder im Internet und in sozialen Netzwerken nicht auf Kontakte mit Fremden einlassen.

Eltern werden aufgefordert, die Ängste von Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen und deutlich zu machen: In den Kettenbriefen stehen leere Drohungen! Deshalb lassen sich die Challenges jederzeit ohne Folgen beenden.

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