Bewährungsstrafe

„Das reicht jetzt – du wirst jetzt mit mir schlafen“: Übergriff auf Ehefrau im MK - Kinder verhindern Schlimmeres

Der Mann hat eine Bewährungsstrafe erhalten.
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Der Mann hat eine Bewährungsstrafe erhalten.

Die aus dem Ruder geratene sexuelle Gier eines Ehemanns sprengte nach gut 14 Jahren eine Ehe, die offenbar von Beginn an unter schwierigen Voraussetzungen gestanden hatte. Am Ende stand eine Bewährungsstrafe wegen sexueller Nötigung.

  • Mann in Plettenberg (MK) will seine Ehefrau sexuell nötigen
  • Ehepaar im MK vor Gericht
  • Bewährungsstrafe für Ehemann

Plettenberg/Altena – Die in Deutschland aufgewachsene Ehefrau mit türkischen Wurzeln heiratete 2004 einen Türken, der daraufhin nach Deutschland zog. Vier Kinder gingen aus dieser Ehe hervor. Auch nach 14 Jahren Ehe hatte der Mann Probleme, die deutsche Sprache zu verstehen. Richter Dirk Reckschmidt äußerte sein Unverständnis darüber, dass er im Amtsgericht einen Dolmetscher brauchte. 

Dem 36-jährigen Plettenberger wurde sexuelle Nötigung seiner Ehefrau vorgeworfen: Nach einer intensiven Ansprache gab er zu, dass er am Abend des 25. Juli 2019 verkündete hatte: „Das reicht jetzt – du wirst jetzt mit mir schlafen.“ Anschließend wurde er handgreiflich gegenüber seiner Frau. Zum Äußersten kam es nicht, weil die Kinder auf ihre Hilferufe herbeieilten. „Dann ließ der Angeklagte von ihr ab“, hieß es in der Anklage.

Sexuelle Nötigung im MK: Eheprobleme gehen voraus

Mit Unterstützung seines Anwalts hatte der 36-Jährige vor der Verhandlung eine Erklärung vorbereitet, in der er sich über die Dominanz seiner Ehefrau beklagte. Richter Reckschmidt, dem die Erklärung des Angeklagten einen Tag vor der Verhandlung zugegangen war, deutete eine gewisse Verstimmung über deren Inhalt an: „Was nicht gut ankommt, ist der Versuch, ein mögliches Opfer vorab zu diskreditieren.“ Es gehe um traumatisierende und belastende Erlebnisse aus dem Intimleben.

Nachdem die Staatsanwältin deutlich gemacht hatte, dass sie im Falle eines Geständnisses eine Bewährungsstrafe für ausreichend halten würde, ging der Angeklagte mithilfe seines Anwalts noch einmal in sich. Dies auch deshalb, weil eine Vernehmung der Kinder zur Diskussion stand, die dem Treiben ein Ende gemacht hatten. Das wollte letztlich niemand. Und so sprach erneut der Verteidiger für seinen Mandanten, was auch der Ehefrau die Aussage vor Gericht ersparte: „Er gibt zu, dass es mal vorgekommen ist im Schlafzimmer – so wie es in der Anklage steht.“ Und dann folgte noch ein Satz, der die bitteren Folgen dieses unzivilisierten Betragens andeutete: „Inzwischen haben die Eheleute keinen Kontakt mehr.“

Der Angeklagte versicherte: „Ich wollte ihr nicht schaden.“ Er bestritt lediglich die Verantwortung für blaue Flecken am Oberschenkel seiner Frau. Darauf kam es aber letztlich nicht an. Schon die Mindeststrafe für eine sexuelle Nötigung liegt bei einem Jahr. „Er hat das Vertrauen, das Eheleute haben sollten, missbraucht“, stellte die Staatsanwältin fest und beantragte eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung.

Der Verteidiger brachte einen minderschweren Fall ins Spiel und hielt sechs Monate für ausreichend. Das Schöffengericht folgte der Staatsanwältin und verurteilte den 36-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten.

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