Freizeit in Coronazeiten: Auf Abstand an den Talsperren

Spaziergänge und Fahrradfahrten am Ostersamstag hoch im Kurs

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Viele zieht es am Ostersamstag an die Fuelbecke-Talsperre in Altena.

Lennetal – Perfektes wetter und ein langes Wochenende: Viele Sauerländer zog es an die frische Luft. Wir haben an den Hotspots nachgeschaut.

Plettenberg

10.59 Uhr: Oestertalsperre, 15 Grad: Um diese Uhrzeit tun sich noch große Lücken auf dem Parkplatz auf. Auf der Staumauer ist keine Menschenseele zu sehen. Auf dem Wanderweg neben der Talsperre laufen in der Ferne zwei Spaziergänger. Alle sind auf Abstand bedacht. Zu Gast sind nicht nur Einheimische, wie auf dem Parkplatz deutlich wird: Die Abkürzung BO für Bochum steht auf einem Kennzeichen, ebenso wie DO für Dortmund auf einem anderen.

11.37 Uhr: Um zu verhindern, dass sich wie an den sonnigen Vortagen wieder viele Menschen auf den Stufen der Waterkant treffen, hat die Stadt diese kurzerhand gesperrt. „Das Betreten ist untersagt“, heißt es auf einem Schild, entsprechend leer sind die Treppen und die Plattform am Samstag.

11.51 Uhr: Nicht gesperrt ist dafür die Fischbauchbogenbrücke, die ebenso wie der Lenneradweg viele Menschen anlockt. So zum Beispiel Katja Neumann-Brauhardt und Tochter Theresa, die mit Hund Max und einem Waveboard das schöne Wetter nutzen.

Balve

12.42 Uhr: Vorbei an Apotheke und Bäckerei in Balve, wo sich Schlangen mit großen Abständen gebildet haben, geht es zur Luisenhütte. Die ist genau wie der Technikspielplatz „Kleine Luise“ wegen Corona aktuell zwar gesperrt. Die Umgebung ist aber auch beliebt für Wanderungen und Radtouren. Das Ehepaar Schier aus Hagen meint: „Wir kommen gerne ins Sauerland an die frische Luft und laufen ein bisschen”. Während des Gesprächs radelt eine junge Familie vorbei.

Sogar aus Dortmund und Bochum kommen Besucher zur Oestertalsperre in Plettenberg.

13.27 Uhr: Auf dem Wanderparkplatz des Vitalparcours in Neuenrade gibt es riesige Lücken. Nur wenige Leute sind da, um eine Wanderung am Kohlberg mit Blick über Neuenrade anzutreten. Noch vor zwei Wochen war hier kaum ein Parkplatz zu bekommen. Vom 14 Meter hohen Quitmannsturm sind Motorräder zu hören, die an diesem Tag häufiger unterwegs sind.

Werdohl

14.36 Uhr: Mittlerweile zeigt das Thermometer 24 Grad an. Die Sonne bringt die Lenne regelrecht zum Glitzern. Eigentlich perfekt für einen Besuch am Werdohler Lennestrand – doch dort hat es sich an diesem Nachmittag niemand gemütlich gemacht. Beim Weg vom WK Kaufhaus zu den Kletterfelsen, die wegen Corona mit Flatterband abgesperrt sind, sind viele Menschen unterwegs, joggen am Wasser oder genießen das gute Wetter auf den Bänken. Was auffällt: Spaziergänger grüßen sich, weichen aus, gehen dafür auch mal auf die Wiese neben dem Weg. „Sonst gibt es noch Ärger”, sagt ein älterer Herr mit Mundschutz.

Die Freizeitziele im Lennetal am Ostersamstag 

15.27 Uhr: Zu solchen Szenen kommt es auch an der Fuelbecke-Talsperre in Altena. Dutzende Autos parken auf dem Weg zur Staumauer am Seitenrand. Die anderen Parkplätze sind allesamt belegt. Auf dem schmalen Weg entlang des Wassers kommt man sich schnell mal näher als die zwei Meter Abstand, die zu anderen eingehalten werden sollen. Die Folge: Auch hier weichen sich Spaziergänger aus, indem sie den Weg verlassen. Unterwegs sind alte und junge Paare und Familien, blicken von der Staumauer, beobachten die Enten auf dem Wasser.

Nachrodt-Wiblingwerde

16.22 Uhr: An der Brenscheider Mühle in Nachrodt-Wiblingwerde fahren zwei Motorräder ab. Auf dem Parkplatz der – zurzeit geschlossenen – Attraktion trinken ein paar Leute mit großem Abstand Bier und hören Musik. Einer von ihnen ist Werner Preuß, Musiker aus Hohenlimburg: „Ich komme häufiger hierher“, erklärt er. Währenddessen macht es sich der Inhaber des Restaurants Brenscheider Mühle, Tilemachos Delisavvidis, mit seiner Familie vor dem Lokal gemütlich. Er hofft: „Dass die Situation schnell wieder vorbei ist und wir wieder normal öffnen können.“ Denn Restaurant und Biergarten müssen aktuell geschlossen sein. In der Woche davor waren Polizei und Ordnungsamt angerückt, weil Getränke verkauft worden waren. Nun gibt es viel größere Probleme.

Altena

17.14 Uhr: Am Markaner, dem Eingang zur Altenaer Innenstadt, ist es ruhig. Ein Jugendlicher sitzt an der Bushaltestelle auf einer Bank, guckt auf sein Handy. Zwei Frauen gehen mit ihren Hunden spazieren. Am Acar-Frischemarkt hat sich eine Schlange gebildet – mit den coronatypischen Abständen.

Nichts los am Werdohler Lennestrand.

17.31 Uhr: Noch weniger los ist an der Lennepromenade. Die Lenne-Terrassen sind abgesperrt. Nur wenige Menschen sind unterwegs. Auf der gegenüberliegenden Seite sitzt ein Angler.

18.09 Uhr: Ganz ohne Besucher wacht an diesem Abend das Selve-Denkmal über der Stadt. Die Sonne verschwindet langsam hinter den Bäumen und lässt einen Ostersamstag enden, der wegen der Coronakrise sicherlich in Erinnerung bleiben wird.

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