Klinikum reagierte nach Rückruf sofort

Patienten erhielten Wilke-Produkte: Wer Teewurst ankreuzte, bekommt Post vom Klinikum

+
Das Klinikum in Hellersen.

Lüdenscheid – Auch die Märkischen Kliniken haben in der Vergangenheit von einem Lieferanten Wurst- und Fleisch-Produkte der in den Listerien-Skandal verwickelten Firma Wilke erhalten. 

Das sagte Klinikum-Sprecherin Corinna Schleifenbaum am Donnerstag auf Anfrage. Die Produkte wurden bis zum amtlichen Rückruf am 2. Oktober Mitarbeitern und Patienten angeboten. Krankheitsfälle oder gar Listerien-Infektionen, die im Zusammenhang mit dem Verzehr der Produkte stehen, seien nicht aufgetreten, erklärte Schleifenbaum. Dennoch wird das Klinikum nun aktiv. 

Nach zwei Todesfällen in Südhessen durch Listerien-Bakterien war der in Waldeck ansässige Wilke-Betrieb Anfang Oktober geschlossen worden. Zwei ältere Menschen sollen mit Listerien befallene Pizzasalami und Brühwurst der Firma gegessen haben. 

Daraufhin wurde ein Rückruf sämtlicher Wilke-Produkte mit dem Identitätskennzeichen „DE EV 203 EG“ angeordnet. Sie kamen mit verschiedenen Markennamen in den Handel. Auf den Liefer-Listen der Großhändler befanden sich auch 50 Betriebe aus dem Märkischen Kreis. Die zunächst genannte Zahl von 30 korrigierte die Lebensmittelüberwachung des Kreises nach oben. Unter den Adressaten befand sich auch das Klinikum Hellersen. 

Von einem Großhändler habe man drei Produkte der Firma Wilke erhalten, sagte Klinikum-Sprecherin Schleifenbaum. Dabei handelte es sich um eine Zwiebelmettwurst und Frühstücksspeck (Bacon). Diese Produkte wurden ausschließlich in verarbeiteter Form in der Mitarbeiterverpflegung eingesetzt. 

Die Mettwurst wurde zur Herstellung von Mettbrötchen verwendet. Der Frühstücksspeck wurde an die Mitarbeiter nur in gebratener Form ausgegeben. Schon vor dem Rückruf hatte der Lieferant das Wilke-Zwiebelmett gegen ein ähnliches Produkt eines anderen Herstellers ausgetauscht. Alle Mitarbeiter wurden inzwischen von ihrem Arbeitgeber über die Situation informiert. 

Den Patienten wurden Kleinportionen abgepackter Teewurst angeboten. Wer bei der Zusammenstellung des Frühstückstellers Teewurst ankreuzte, erhielt bis zum 2. Oktober ein Produkt der Firma Wilke. Die betroffenen Patienten werden in den nächsten Tagen per Brief darüber informiert. 14 Tage dauert die Inkubationszeit bei Listerien-Infektionen. Nur Patienten, die in dieser Zeit Teewurst bekamen, werden angeschrieben. 

Lesen Sie auch:  Rückruf für Wilke-Wurst: Drittes Todesopfer bestätigt

Ab dem 3. Oktober wurden nach eigenen Angaben im Klinikum keinerlei Wilke-Produkte mehr ausgegeben. „Wir haben trotz des Feiertags sehr schnell gehandelt und geöffnete Ware sofort entsorgt. Die restlichen Bestände wurden verpackt und an den Lieferanten zurückgeschickt“, sagt Schleifenbaum. Die Produkte Bacon, Zwiebelmett und Teewurst werden nach wie vor angeboten – sie stammen nun von anderen Herstellern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare