Warn-App Nina schweigt

Panne beim Probealarm im MK

Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, NINA ist auf einem Smartphone zu sehen.
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Die Warn-App NINA löste im MK nicht aus

Viele wunderten sich, dass die Warn-App Nina beim Probealarm am Donnerstag (11. März) schwieg. Die Kreisleitstelle hatte den Alarm nicht ausgelöst. Es gab ein „Kommunikationsproblem“.

Märkischer Kreis – „Der Warntag war doch mal wieder ein Flop. Die Sirenen haben nicht so funktioniert, wie sie sollten und die App hat sich auch nicht gemeldet. Da muss noch sehr viel dran gearbeitet werden.“ So lautet die Bilanz eines Lesers auch mit Blick auf den Warntag im September 2020, als nicht alle Sirenen heulten und auch die Warnapp Nina nicht jeden Nutzer korrekt warnte.

Die App schwieg am Donnerstag (11. März) im Märkischen Kreis. Bei einer Nachfrage in der Kreisleitstelle um 11.38 Uhr hieß es dort noch: „Teils funktionierte sie, teils nicht. Das war ganz unterschiedlich.“ Zuständig für die Aktivierung der App sei das Land. Das bestätigte Kreissprecherin Ursula Erkens zunächst: „Den Alarm löst das Land aus.“

Kreisleitstelle ging davon aus, dass das Land warnt

Wenige Stunden später stellte sich heraus: Die Verantwortung liegt beim Kreis. Sowohl bei der Leitstelle als auch beim Kreis sei erst um 10.19 Uhr eine E-Mail der Bezirksregierung eingegangen, dass die Kreise selbst für die Auslösung des Alarms zuständig seien, sagte Erkens am Nachmittag.

Sie spricht von einem „Kommunikationsproblem“ zwischen Land und der Kreisleitstelle. „Bisher war die Kreisleitstelle noch nie bei bundesweiten oder landesweiten Warntagen mit der Auslösung der Warn-App Nina beauftragt. Die Warnung sollte immer zentral angestoßen werden. Die Kreisleitstelle ist daher selbstverständlich davon ausgegangen, dass die Warnung in der Nina-App vom Land ausgeht.“

Erkens betont zudem: „Im Fokus des Warntages im Märkischen Kreis steht auch nicht die Warn App Nina, die für die Kreisleitstelle ein oft genutztes Tool für die Benachrichtigung der Bevölkerung darstellt, sondern die Erprobung der kommunalen Sirenenanlagen.“

Ein Muss ist die Warnung per Warnapp tatsächlich nicht. „ Welche Warnmittel beprobt werden, war den Kreisen vom Land freigestellt“, teilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit, das die App entwickelt hat und betreibt. Doch in der Ankündigung des Probealarms hatte der Kreis explizit auf die Warn-App hingewiesen.

Nachbar-Kreise: Nina warnt

Sie bezieht sich auf ein Schreiben vom Februar 2019, in dem das NRW-Innenministerium den Kreisen schreibt: „Sie haben sich zudem mehrheitlich dafür ausgesprochen, die zentrale Auslösung der Warnapp Nina am landesweiten Warntag durch das Lagezentrum der Landesregierung beizubehalten.“

Kurios: In vielen Nachbar-Kreisen funktionierte die Warnung per App am Donnerstag einwandfrei. Auch bei ihnen ging die E-Mail kurz vor dem Probealarm ein. Allerdings wurde sie dort als Erinnerung verstanden. Und so war sie auch gemeint. „Es gab im Vorfeld des Probealarms einige Nachfragen, darum haben wir die E-Mail als Reminder verschickt“, sagt ein Sprecher des NRW-Innenministeriums.

Innenministerium: „Kreise müssen warnen“

Geregelt ist die Zuständigkeit für die Warnung der Bevölkerung in einem Erlass, den das Innenministerium vor wenigen Wochen nochmals an die Kreise verschickte. Auch als Erinnerung sozusagen. Dort sei verankert, „dass Kreise und Kommunen alles tun müssen, um die Bevölkerung zu warnen“, fasst der Ministeriumssprecher zusammen. Und daran habe sich auch nichts geändert.

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