Optimismus für den Arbeitsmarkt

MÄRKISCHER KREIS ▪ Martin Stechele geht optimistisch ins neue Jahr. „Die Wirtschaft ist wieder angesprungen, das spiegelt sich in einer steigenden Bereitschaft der Unternehmen wider, Personal einzustellen“, erklärte der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Aber das Vorkrisenniveau 2008 werde wahrscheinlich nicht erreicht. Vor zwei Jahren lag die Arbeitslosigkeit im Märkischen Kreis bei 15 198 Menschen, derzeit sind es rund 1250 mehr. „Es wäre schon gut, wenn wir das Ergebnis des Jahres 2007 mit rund 16 000 Arbeitslosen erreichen würden.“

Besonderes Augenmerk müsse die heimische Wirtschaft auf die demografischen Entwicklung richten, so Stechele. Für dieses Jahr sei eine Bremse durch den Fachkräftemangel nicht zu erwarten, in den kommenden Jahren werde dieser aber zum Risiko. Deshalb, so Stechele, müssten alle Potenziale für den Markt genutzt werden: Ältere, Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund und junge Fachkräfte.

Der Personenkreis der Älteren war 2010 besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. Durchschnittlich 5324 Arbeitslose zwischen 50 und 65 Jahren waren bei der Agentur gemeldet, 13,8 Prozent beziehungsweise 647 Personen mehr als im Jahresdurchschnitt 2009. „Dieser Personenkreis bringt langjährige Erfahrung und eine konzentrierte und routinierte Arbeitsweise mit sich.“ An die Betriebe appellierte Stechele, ältere Menschen zu halten, sie zu qualifizieren und in die Beschäftigungsfähigkeit zu investieren. Innerhalb der nächsten fünf Jahre würden 6000 Menschen zwischen 60 und 65 Jahren den Arbeitsmarkt verlassen, aber nur 3200 Junge nachrücken. Verhielten sich die 55- bis 60-Jährigen ähnlich, würde sich die Situation weiter verschärfen. Engpässe gebe es schon heute in einigen sozialen Bereichen, darunter den Pflegeberufen. Dass die Menschen künftig länger arbeiten müssten, steht für den Geschäftsführer außer Frage. „Das wird auch eine Frage der Arbeitsplatzgestaltung sein.“

Die jüngeren Menschen zwischen 15 und 25 Jahren bildeten ebenso weiterhin einen großen Anteil der von Arbeitslosigkeit Betroffenen. Im vergangenen Jahr waren trotz eines deutliches Rückgangs im Vergleich zum Vorjahr bei dieser Personengruppe im Durchschnitt 1794 Menschen arbeitslos gemeldet.

Erfreulich ist aus Sicht des Geschäftsführers, dass die Unternehmen im Märkischen Kreis in den zurückliegenden zwölf Monaten acht Prozent mehr Ausbildungsverträge geschlossen haben. Hier werde es in den kommenden Jahren deutliche Veränderungen geben. „Noch sind nicht wenig Jugendliche in Maßnahmen, die auf eine Ausbildung vorbereiten sollen. Künftig werden deutlich mehr Haupt- und Realschüler direkt eine Lehre beginnen.“ - be

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