Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 123

Claudius Bartsch fordert Minuswachstum und Erziehungsgehalt

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Claudius Bartsch hackt gerne Holz für den Eigenbedarf. Er sagt: „Dabei kann ich sehr gut meditieren.“

Lüdenscheid  -  Wir stellen in ausführlichen Portraits acht der neun Kandidaten für den Landtagswahlkreis 123 (Märkischer Kreis III) vor: an dieser Stelle Claudius Bartsch von der ÖDP. Der neunte Kandidat, Jonas Pöhler von der Piratenpartei, war leider trotz mehrmaliger Ansprache nicht zu einem Treffen bereit.

„Wenn du immer strategisch wählst, machst du nie das, wovon du selbst überzeugt bist.“ Dieser Satz hat Claudius Bartsch letztlich davon überzeugt, seinem Herzen zu folgen und sich als Landtagskandidat für die ÖDP aufstellen zu lassen. Gesagt hat ihn Tabea Bartsch, die jüngste Tochter des 65-jährigen Lüdenscheiders. 

Die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) sei schon lange seine politische Heimat, berichtet der Bergstädter, der auch Kreisverbands-Vorsitzender der Partei ist und den Listenplatz elf belegt. Der 65-Jährige ist verheiratet, hat drei Töchter und einen Sohn und ist vierfacher Großvater. Der Rentner hat als Diplom-Sozialarbeiter beim Jugendamt des Märkischen Kreises im allgemeinen sozialen Dienst gearbeitet. Seine Hobbys sind Fahrradfahren, afrikanisches Trommeln, Gartenarbeit und Lesen. Hier haben es ihm besonders die Werke des Theologen, Psychoanalytikers, Schriftstellers und suspendierten Priesters Eugen Drewermann angetan. 

Drei politische Schwerpunkte

Drei politische Schwerpunkte sind Claudius Bartsch besonders wichtig: „Die Familienpolitik, das Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie und das Thema Energie.“ Das Erziehungsgehalt – dafür möchte sich Bartsch einsetzen, wenn er in den Landtag gewählt wird. Dass seine Chance allerdings überschaubar ist, räumt Bartsch gleich ein. 

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„Aber das ist auch nicht der Punkt. Ich möchte mit meiner Kandidatur ein Zeichen setzen und die ÖDP und deren politischen Ziele bekannter machen“, erläutert er im Gespräch mit unserer Redaktion. Und da ist für ihn das Erziehungsgehalt ein wichtiger Punkt: „Erwerbsarbeit und Erziehungsarbeit müssen endlich gleichgestellt werden. Die bisherige Familienpolitik geht da klar in die falsche Richtung. Die Politik animiert Eltern, ihr Kind früh in eine Kita abzugeben und das aus rein wirtschaftlichen Interessen. Das ist total verkehrt. Den Kindern fehlt dann ihr ganzes Leben das Urvertrauen.“

Minuswachstum der Wirtschaft gefordert 

Der ÖDP-Politiker fordert noch mehr – nämlich ein Minuswachstum der Wirtschaft. „Die Ökologie musste in der Vergangenheit ständig Kompromisse eingehen. Aus ökologischer Sicht sollten wir auf die Bremse treten, doch wir drücken ökonomisch gesehen aufs Gas“, meint er. Der sechsspurige Ausbau der A 45 beispielsweise sei Irrsinn, ebenso wie die Politik von US-Präsident Donald Trump, meint der Lüdenscheider und fügt hinzu: „Und das alles in Zeiten des Klimawandels – völlig unbegreiflich. Was wir jetzt brauchen, ist eine enkelfreundliche Politik.“ In diesem Punkt möchte sich Bartsch weiter für Elektromobilität einsetzen. Und für „völlig andere Konzepte beim öffentlichen Personenverkehr“. In diesem Zusammenhang appelliert Bartsch an die junge Generation: „Nehmt eure Zukunft in die eigene Hand, engagiert euch.“

Die sogenannten „C-Parteien“ und ihre Ziele kann Claudius Bartsch überhaupt nicht verstehen: „Dort wird noch immer Politik gemacht nach dem Motto ,macht euch die Erde untertan – holt alles raus, egal zu welchem Preis’. Das geht so nicht.“ Und eine Aussage ist dem ÖDP-Kandidaten schließlich auch noch wichtig: „Unsere Partei ist frei von Firmenspenden.“

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