Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 123

Angelika Schwab wünscht sich mehr Offenheit für Ideen

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Angelika Schwab, Halver, Landtagskandidatin für die Grünen, ganz in ihrem Element an ihrem Lieblingsort. Energie und Motivation bezieht sie in hohem Maße aus ihrer Liebe zu Tieren.

Halver - Wir stellen in ausführlichen Portraits acht der neun Kandidaten für den Landtagswahlkreis 123 (Märkischer Kreis III) vor: an dieser Stelle Angelika Schwab von den Grünen. Der neunte Kandidat, Jonas Pöhler von der Piratenpartei, war leider trotz mehrmaliger Ansprache nicht zu einem Treffen bereit.

Am Törchen hängt ein Schild: „Warnung vor dem Hunde“. Als Angelika Schwab die Tür öffnet, kommt „Mila“ raus. Ein junger Kaninchenteckel, angsteinflößend wie ein Kuscheltier, neugierig, interessiert an Foto-Rucksäcken und einem Platz auf dem Schoß des Reporters im anschließenden Gespräch.

Beim Interviewtermin ging es darum, die Landtagskandidatin der Grünen an ihrem Lieblingsort zu treffen. Angelika Schwab musste darüber nicht lange nachdenken. Es ist ihr Hundesalon in Halver, wo die Grünen-Kandidatin für die Volme-Kommunen im Märkischen Kreis und Lüdenscheid zu Hause ist. 

Lieblingsort ist der Salon und die Tierpension, weil er vertraut ist, weil sie hier gute Gespräche führen kann – und Tieren nahe ist. Mit dieser Erkenntnis ist man nah dran an dem, was Angelika Schwab antreibt und bewegt; nicht nur in die Politik, sondern ganz konkret in den praktischen Tierschutz wie auch in die Flüchtlingshilfe. 

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Gerechtigkeitssinn und Tierwohl, diese Begriffe prägen das Gespräch. Aus ihnen heraus entwickeln sich auch ihre politischen Ansätze auf anderen Ebenen: die Forderung nach Gleichberechtigung von Frau und Mann, die Anerkennung („...zwischen Bewunderung und Respekt“) für Angela Merkel als erste Frau im Staat. Darauf sei sie stolz, dass dies in Deutschland möglich sei, sagt Angelika Schwab, die im Übrigen für die CDU keine Vorliebe hegt. 

Tierwohl und Soziales seien für die CDU kaum Thema, dafür aber die Wirtschaft. Das „christlich“ dürfe man ruhig aus dem Namen der Partei streichen, findet sie. Ihr Wunschkoalitionspartner nach der Wahl wären die Christdemokraten nicht. 

Damit hat man Angelika Schwab schon weit aus der Reserve gelockt. Es sind nicht die sogenannten „großen Themen“, die sie zentral interessieren, für die sie sich auf die Bühne drängen würde. Für ihre Kernthemen tue sie das schon, sagt sie. „Wenn ich eine Aufgabe sehe, übernehme ich Verantwortung.“ 

Acht oder neun Jahre alt sei sie gewesen, als sie einen fremden Mann sah, der seinen Hund trat. „Mit pochendem Herzen“ hätten ihre Freundin und sie ihn zur Rede gestellt. Es ist eines der Bilder von Tierquälerei, das ihr danach nie aus dem Kopf gegangen sei. 

Über diese Empörung ist sie in die Politik gekommen, erst zehn Jahre in der Tierschutzpartei, inzwischen seit zwei Jahren bei den Grünen. Politik sei die einzige Chance, etwas zu verändern, doch zum Politikbetrieb hat sie eine durchaus differenzierte Position, auch beim Blick auf die eigene Partei. Es fehle an Emotion und klaren Aussagen. Und Oppositionsparteien profilierten sich vielfach mit wenig sachdienlichen Kontra-Haltungen, verzögerten ohne Not Entscheidungen, selbst wenn Lösungsansätze erkennbar gut seien, hat sie im Lauf der Zeit festgestellt. 

Was sie sich wünscht, ist mehr Offenheit für Ideen und ein Blick über Grenzen, wo man sich bei der Arbeitsmarktpolitik in den Niederlanden oder bei der Rente in Österreich funktionierende Modelle abschauen könne.

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