Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 122

Andreas Berg: Schulpolitik treibt den Piraten am meisten um

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Andreas Berg, Landtagskandidat für die Piraten, sorgt sich vor allem um die Bildung junger Menschen.

Iserlohn - Wir stellen in ausführlichen Portraits die sieben Kandidaten für den Landtagswahlkreis 122 (Märkischer Kreis II) vor: an dieser Stelle Andreas Berg von den Piraten.

Dass Andreas Berg jetzt für die Piraten als Landtagskandidat im Wahlkreis 122 antritt, ist eigentlich die Schuld seiner Frau. Die hat ihm vor einigen Jahren ganz klar gesagt: „Mecker nicht immer, mach selber was.“ Also hat er sich umgeschaut und ist bei den Piraten hängen geblieben. 

„Mittwochs war ich das erste Mal bei einem Treffen, ein paar Tage später schon beim Landesparteitag“, erinnert er sich. Das war 2012: „Ich bin gut aufgenommen worden, die Richtung passte.“ Dass die Chancen, in den Landtag zu kommen, aktuell schlecht stehen, stört den 49-Jährigen nicht: „Ich will zeigen ‘Hallo, wir sind da’. Und die eine oder andere Stimme zu klauen, vielleicht von Protestwählern, die sonst bei der AfD landen würden, ist auch nicht das Schlechteste.“

Piraten als letzte Bastion der Demokratie

Am Ende sieht Andreas Berg die Piraten nicht. Im Gegenteil: Sie erscheinen dem einst glühenden Verehrer der SPD als letzte Bastion der Demokratie. Viel zu viel passiere hinter verschlossenen Türen, über die Köpfe der Wähler hinweg. Das führe zu einer „Wahnsinns-Politikverdrossenheit“. Da will er gegensteuern. „Wir müssen jetzt eben von unten nach oben Wiederaufbauarbeit leisten“, meint er. Der gebürtige Werdohler lebt seit Jahren in Iserlohn, wo er als Bürgervertreter der Piraten unter anderem im Schul- und Sozialausschuss des Stadtrates sitzt. Und dort, im kommunalen Bereich, sei die Partei in der Koalition mit der UWG durchaus erfolgreich.

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Schwerpunkt Schulpolitik

Die Schulpolitik ist das, was den Vater von zwei erwachsenen Kindern am meisten umtreibt. „Die ist jahrelang vernachlässigt worden. Es fehlt in den Schulen an allen Ecken und Enden. Es gibt zu wenig Lehrer, zu viele Stunden fallen aus. Das können wir uns nicht leisten.“ Er beklagt eine Inflation bei den Noten in Schulen und Universitäten, wo man doch gut ausgebildete junge Leute brauche.

Als von Kindheit an politisch interessierter Mensch stört ihn, dass politische Bildung und Allgemeinwissen an den Schulen kaum noch eine Rolle spiele. „Die jungen Leute lösen ja selbst Kreuzworträtsel mit dem Smartphone.“ Er nutze das natürlich auch, könne es aber im Gegensatz zu ihnen auch mal weglegen: „Eine Auszeit von der digitalen Welt ab und an schadet nicht.“ 

Da entspricht der Industriemechaniker nicht unbedingt dem Bild des computer- und internetfixierten Piraten, aber das Klischee treffe ohnehin nur halb zu. „Die andere Hälfte der Mitglieder ist ganz anders“, schmunzelt Andreas Berg. Er möchte eine themenbezogene Politik machen, fragen „Was ist das Beste, was ich machen kann?“, nicht „... was ich für die Partei machen kann.“ 

Bessere Ausrüstung der Bundewehr

Damit eckt er auch schon mal an. Etwa wenn er sich für eine bessere Ausrüstung der Bundeswehr starkmacht. In anderen Punkten entspricht das Piraten-Programm aber genau seiner sozialliberalen Überzeugung: fahrscheinloser öffentlicher Nahverkehr und Ausbau des Angebots, bedingungsloses Grundeinkommen, eine vor allem personelle Stärkung der Polizei. „Wir haben viele Themen, die von anderen Parteien übernommen worden sind“, meint er. Was am Ende ja auch gut sei – weil es um die Sache gehe.

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