Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 121

Thorsten Schick: Eigentlich wollte er Reporter werden

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Thorsten Schick am Rednerpult des Landtags. Die CDU-Fraktion schätzt sein rhetorisches Talent.

Iserlohn - Wir stellen in ausführlichen Portraits die sieben Kandidaten für den Landtagswahlkreis 121 (Märkischer Kreis I) vor: an dieser Stelle Thorsten Schick von der CDU.

Parkett, ein einsames Design-Sofa und der Fernseher: Es sieht stylisch aus im Wohnzimmer des CDU-Kandidaten Thorsten Schick. Geplant ist das nicht: „Der Wahlkampf halt“, sagt der 45-jährige Iserlohner. Für die schon vor zwei Jahren gekaufte Gebraucht-Immobilie in bester Iserlohner Wohnlage bleibt da wenig Zeit, auch wenn das meiste die Handwerker erledigt haben. Nur die schöne Holztreppe, die hat Schick zusammen mit seinem Vater selbst aufgearbeitet.

„Diplom-Kaufmann, Lehrer“ – so steht’s geschrieben im Abgeordnetenhandbuch des Landtags, weil da ja schließlich was stehen muss. Tatsächlich hat Schick Wirtschaft studiert, tatsächlich hat er von 2010 bis 2012 als Hauptschullehrer gearbeitet – „ich kann gut mit Kindern umgehen“, sagt der ledige 45-Jährige. Freiberuflicher Journalist ist er auch gewesen, und das viele Jahre lang.

Die Konstante in Schicks Leben ist die Politik. In die Wiege wurde ihm das nicht gelegt, das Elternhaus war politisch zwar interessiert, aber nicht engagiert. Trotzdem tauchte Schick schon als 14-Jähriger an einem CDU-Stand auf und erklärte, dass er da mitmachen wolle. Politisiert hatten ihn Überlegungen der Iserlohner SPD, aus dem Gymnasium, das er besuchte, eine Gesamtschule zu machen. Neben ihm hätten damals viele Mitschüler den Weg zur CDU gefunden, erinnert er sich und nennt als Beispiel Karsten Meininghaus, den Vorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion.

Mit 18 Jahren sachkundiger Lehrer

Schick machte schnell Karriere in der CDU. Mit 18 saß er als sachkundiger Bürger im Iserlohner Schulausschuss, fünf Jahre später wurde er Ratsmitglied seiner Heimatstadt. Das ist er bis heute geblieben, seit acht Jahren ist er auch erster Stellvertreter des Bürgermeisters. Er gehört auch dem Kreistag an und ist außerdem Kreisvorsitzender der CDU sowie stellvertretender Vorsitzender des CDU-Bezirksverbandes Südwestfalen. 2005 wurde er zum ersten Mal in den Landtag gewählt. 2010 schaffte er den Wiedereinzug nicht, wohl aber bei der vorgezogenen Wahl in 2012.

Medienpolitischer Sprecher der CDU

„Eigentlich wollte ich ja Sportreporter werden“, sagt er ohne jeden Wehmut. Denn: „In der Politik ist der Gestaltungsspielraum ja doch größer“. Im Landtag setzt er klare Prioritäten. Er ist medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion, außerdem deren Fachmann für den Breitbandausbau – es sei gut, wenn das jemand vom Lande mache, sagt er. Der wisse nämlich, dass es eben nicht nur Wohngebiete gebe und Industriegebiete, sondern auch „irgendwas dazwischen“, wo es dann eben auch Firmen gebe. Schnelles Internet sei für die ebenso wichtig wie eine vernünftige Verkehrsanbindung, sagt er und beklagt, dass es da in Südwestfalen erheblichen Handlungsbedarf gebe.

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Breitbandausbau ein wichtiges Thema

Etwa 25 Prozent seiner Reden beschäftigten sich mit dem Breitbandausbau, schätzt Schick. Er freut sich aber auch, wenn seine Fraktion mal wieder bei ganz anderen Themen auf sein rhetorisches Talent zurückgreift. In guter Erinnerung geblieben ist ihm eine Landtagsdebatte um Weihnachtsbaumkulturen, in der er Umweltminister Remmel in Versform anging: „Johannes Remmel, der Minister, ist besorgt und blickt ganz finster“ – damit hat er es sogar in die Bildzeitung geschafft.

An der Frage, was er gegen Schlaglochpisten und marode Brücken tut, kommt kein südwestfälischer Abgeordneter vorbei. Arbeitet Schick bei diesem Thema mit Michael Scheffler, dem SPD-Abgeordneten des Wahlkreises 121, zusammen? Kooperiert werde in der Südwestfalenagentur, und das gut, stellt Schick klar. In Düsseldorf nutze dann aber „jeder seine Kanäle“, was sicher auch nicht verkehrt sei. Ansonsten sei der Umgang gut und professionell, schildert Schick und scherzt, dass er schließlich „Schefflers Chef“ sei – der SPD-Mann sitzt auch im Iserlohner Rat und ist nach Schick der zweite stellvertretende Bürgermeister der Waldstadt.

Mitglied im WDR-Rudnfunktrat

Als Abgeordneter ist Schick verpflichtet, Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Organen öffentlich zu machen. Sie können unter www.landtag-nrw.de über den Menü-Punkt "Abgeordnetensuche“ abgerufen werden. Schick hat danach sporadische Einnahmen aus Tätigkeiten bei der Sparkasse Iserlohn und der Landesanstalt für Medien. Seit Dezember gehört er dem WDR-Rundfunkrat an, wofür ihm eine monatliche Aufwandsentschädigung von 1000 Euro zusteht, hinzu kommen Sitzungsgelder. Die Einnahmen aus seiner Tätigkeit im Kreistag und im Iserlohner Stadtrat muss Schick nicht angeben.

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