Notfallpraxen starten am 1. Februar

MÄRKISCHER KREIS ▪ Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat den allgemeinen Notfalldienst im Landesteil Westfalen-Lippe neu strukturiert.

Startpunkt für die Versorgung der Patienten außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten ist der 1. Februar, (18 Uhr). Im Märkischen Kreis wird es ab diesem Datum kein Suchen mehr nach dem jeweiligen diensthabenden Arzt mehr geben, sondern der hausärztliche Notdienst wird an zwei Stellen zentralisiert: am Klinikum in Lüdenscheid Hellersen und am St. Elisabeth-Krankenhaus in Iserlohn. Montags, dienstags und donnerstags sind die Zeiten von 18 bis 22 Uhr, mittwochs und freitags von 13 bis 22 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 8 bis 22 Uhr. Ebenfalls neu: Zum Reformstart gibt es eine landesweit gültige Notfallnummer 01 80 /  5 04 41 00. Parallel zur Anwesenheit der Ärzte in den beiden Krankenhäusern wird ab dem 1. Februar ein Fahrdienst aus dem Pool der Niedergelassenen eingerichtet. Für den Märkischen Kreis stehen drei Fahrzeuge der Johanniter zur Verfügung.

Für Dr. Markus Bald, Leiter der Zentralen Notaufnahme (ZNA) am Klinikum, hat die Reform gleich mehrere Vorteile. Ein medizinischer Koordinator wird die Patienten gleich nach der Schwere ihrer Erkrankungen zuweisen. Wer bislang mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit als leichter Fall eingestuft wurde und unter Umständen lange Wartezeiten in Kauf nehmen musste, wird künftig gleich an die Notfallpraxis verwiesen. Dr. Bald: „Im Sinne der Patienten können die Abläufe so beschleunigt werden.“ Außerdem könne der niedergelassene Arzt auch die Ressourcen des Klinikums – vom Ultraschall bis zur Laboranalyse – nutzen.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene würden bei leichteren Fällen in der pädriatischen Notfallversorgung auf der Station der Kinderklinik im Klinikum versorgt, bei Verletzungen kömme die Chirurgie in der Notaufnahme zum Einsatz.

Sollte ein Hausbesuch erforderlich sein, werden die medizinisch geschulten Mitarbeiter der Rufzentrale den Fahrdienst (Arzt und Johanniter-Fahrer), der dem Patienten am nächsten ist, zum Einsatzort leiten. Dieser Dienst reicht jeweils bis 8 Uhr am Folgetag. „Das ist allerdings kein Taxi-Ersatz“, so Dr. Bald, sondern beschränke sich auf Fahrten zu Alten- und Pflegeheimen oder wenn Senioren wegen der Witterungsbedingungen nicht die Notfallpraxis aufsuchen könnten. Übrigens: Auch für diesen ersten Besuch im Quartal sind zehn Euro fällig – Kinder und Befreite ausgenommen. - BE

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