Verfahren vor Verwaltungsgericht dauert an / Polizei zeigt Präsenz

Nordhelle: Noch ist nichts entschieden

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Da sind sie wieder: Nachdem die Sperrung der Nordhelle für Motorräder Mitte letzter Woche aufgehoben wurde, sind gestern die Mittelschwellen im Bereich der sogenannten Applauskurve montiert worden.

Herscheid - Nach dem schweren Verkehrsunfall am Sonntag folgte prompt die Reaktion: Seit Montagmittag sind in der Applauskurve auf der Nordhelle wieder Mittelschwellen angebracht, die zur Sicherheit – insbesondere der Motorradfahrer – beitragen sollen.

Zur Erinnerung: Am Mittwoch hatte das Verwaltungsgericht Arnsberg die vom Märkischen Kreis verfügte Motorrad-Sperrung der Landstraße 707 zwischen Reblin und dem großen Wanderparkplatz auf der Nordhelle aufgehoben. Diese sei nicht verhältnismäßig gewesen, heißt es in der Begründung des Gerichts. 

So begründet das Gericht die Aufhebung der Sperrung

Die Herscheider Straßenmeisterei hatte daraufhin unverzüglich die Sperrungsschilder entfernt; seither ist die Strecke wieder frei. Am Montagmittag rückten die Mitarbeiter der Straßenmeisterei erneut zur Nordhelle aus. Diesmal wurden im Bereich der Applauskurve die Mittelschwellen angebracht. 

Diese hatten vor der Sperrung an dieser Stelle für eine deutliche Senkung der Unfallzahlen gesorgt. Einen ähnlichen Effekt erhofft sich das Straßenverkehrsamt erneut – und ließ die Schwellen daher gestern durch die Straßenmeisterei montieren. 

Strecke gerade erst wieder frei: Schwerer Motorradunfall an der Nordhelle

Dass eine bauliche Veränderung an dieser Stelle dringend benötigt wird, zeigte der schwere Verkehrsunfall am Sonntag, bei dem ein 21-jähriger Attendorner mit seinem Motorrad zu Fall kam und in den Gegenverkehr rutschte. „Der Fahrer schwebt in Lebensgefahr“, sagte Polizei-Sprecher Dietmar Boronowski. 

Er betonte, dass die Polizei weiterhin Präsenz auf der Nordhelle zeigen werde. Durch Geschwindigkeitskontrollen soll Einfluss auf das Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer genommen werden. Allerdings gab Boronowski zu bedenken, dass die Polizei sich nicht ausschließlich um die Überwachung der Nordhelle kümmern könne, sondern „hoheitliche Aufgaben zu erfüllen“ habe. 

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Ob die Nordhelle dauerhaft von Motorrädern befahren werden kann, steht indes noch nicht fest. Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat zunächst lediglich dem Eilantrag eines Mitglieds des Bundesverbands der Motorradfahrer stattgegeben. Dies sei nicht gleichzustellen mit einer Entscheidung über die noch anhängige Hauptsacheklage, erklärte Kreis-Pressesprecherin Ursula Erkens: „Es ist noch nichts entschieden.“ 

Das eigentliche Verfahren vor dem Verwaltungsgericht läuft also weiter. Der Märkische Kreis prüft allerdings noch, ob er Beschwerde gegen die Aufhebung der Sperrung einlegen soll; diese müsste vor dem Oberverwaltungsgericht geschehen. Ein juristisches Ende der Causa Nordhelle ist daher noch nicht absehbar.

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