Mehr als 86.000 Beschäftigte betroffen

Neuer Rekord bei Kurzarbeit im MK - Zahlen für alle Städte und Gemeinden

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Die Anzeigen für Kurzarbeit stiegen auch im Juli noch einmal an. 

Lüdenscheid – Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind tiefgreifend und nachhaltig. Auch im Juli sackten alle relevanten Kennzahlen ab, während die Anzeigen für Kurzarbeit auf Rekordniveau stiegen.

Gegenüber dem Vormonat steigt die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 520 (+2,8 Prozent) auf 18.919 an. Vor einem Jahr waren noch 4.573 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Im Jahresvergleich zeigt sich, dass die steigende Arbeitslosigkeit noch unter dem Krisenniveau von 2009 liegt. Damals waren 20.513 Menschen im Kreis arbeitslos.

Erste Hochrechnungen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit zeigen, dass im März 2020 16.094 Personen Kurzarbeitergeld in 1.546 Betrieben bezogen haben. Im Krisenjahr 2009 waren im Vergleich hierzu im März 675 Betriebe und 20.971 Personen betroffen. 

„Der Vergleich zum Krisenjahr 2009 zeigt, dass im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie nahezu jede Branche betroffen ist. Von daher ist die Zahl der Betriebe deutlich höher als 2009, die Anzahl der Personen ist aber geringer“, sagt Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit in Iserlohn. 

Ein wesentlicher Unterschied zu 2009 besteht auch darin, dass 84 Prozent aller Beschäftigten, für die Kurzarbeit angemeldet wurde, tatsächlich auch in Kurzarbeit gingen: nämlich im März 16.094 von 19.144.

In der Hochphase des Lockdowns im April wurde zusätzlich für weitere 50 000 Arbeitnehmer Kurzarbeit beantragt. In der gesamten Corona-Zeit sind mehr als 85.000 Menschen von Kurzarbeit betroffen und damit mehr als jeder zweite sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. Zuletzt ging die Agentur für Arbeit Verdachtsfällen von Betrug beim Kurzarbeitergeld nach

Mit den ersten Lockerungen der Schutzmaßnahmen wurde auch der Stellenmarkt wiederbelebt: Dem Arbeitgeberservice wurden im Juli 625 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 44 mehr als im Vormonat. Im Bestand befinden sich insgesamt 3.277 offene Stellen.

Beschäftigte je Kommune von März bis Juni (nach Betriebssitz), für die Kurzarbeit angemeldet wurde: 

  • Altena: 3.212 
  • Balve: 1.600* 
  • Halver: 4.014 
  • Hemer: 6.367 
  • Herscheid: 1.325 
  • Iserlohn: 17.659 
  • Kierspe: 2.437* 
  • Lüdenscheid: 17.782 
  • Meinerzhagen: 6.685 
  • Menden: 9.020 
  • N.-Wiblingwerde: 445
  • Neuenrade: 2.554 
  • Plettenberg: 6.430 
  • Schalksmühle: 2.107 
  • Werdohl: 3.877 
  • Märkischer Kreis: 85.535

*Stand Mai 2020

Zum Hintergrund: Wie viele Personen tatsächlich aktuell im Bezug von Kurzarbeitergeld sind, kann auf Grund der flexiblen Ausgestaltung des Instruments Kurzarbeitergeldes nur mit Zeitverzug gesagt werden. Betriebe müssen Kurzarbeit immer vorsorglich bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Wird dann tatsächlich kurzgearbeitet, kann der Betrieb innerhalb von drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach liegen endgültige Daten dazu vor, wie viele Personen genau kurzgearbeitet haben. 

Alle Informationen rund um das Coronavirus und die Folgen der Pandemie finden Sie in unserem News-Blog Corona

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