Neuer Finanzvorstand

Enervie: Christoph Köther folgt auf Ivo Grünhagen

Neuer Finanz- und Personalvorstand bei Enervie: Christoph Köther.

Hagen/Märkischer Kreis - Christoph Köther, bislang Geschäftsführer der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (HVG), wird neuer Finanz- und Personalvorstand bei Enervie. Auf den 56-Jährigen haben sich die größten Anteilseigner Hagen, Lüdenscheid und Remondis, die Arbeitnehmer und die Banken geeinigt. Am Montag wird der Aufsichtsrat diese Personalentscheidung absegnen.

Damit gibt es nach der offiziellen Trennung von Ivo Grünhagen keine personelle Hängepartie. Am vergangenen Freitag hatte das Kontrollgremium den Auflösungsvertrag mit dem bisherigen Vorstandssprecher wegen inhaltlicher Differenzen über den künftigen Kurs des regionalen Energieversorgers beschlossen.

In der gemeinsamen Arbeit im Finanzausschuss von Enervie habe Köther als Vorsitzender ein sehr sachorientiertes Vorgehen gezeigt, so Harald Metzger als Lüdenscheider Aufsichtsratsmitglied. „Anders als Ivo Grünhagen hat Christoph Köther die kommunalen Interessen deutlich auf dem Schirm. Wir wollen gemeinsam das Unternehmen nach vorne bringen und die Banken vom Kurs überzeugen.“

Während Grünhagen beim Jahresabschluss 2014 auf eine schmerzliche Bereinigung als Konsequenz aus der Energiewende setzte, favorisierten die Aktionäre gemeinsam mit Köther eine sanftere Wende, die sich in den Eckdaten widerspiegelt. Statt eines Defizits von 131 Millionen Euro wird das Konzern-Minus voraussichtlich 116 Millionen Euro betragen. Gleichzeitig soll die Eigenkapitalquote für dieses Jahr nicht auf 4,8 Prozent fallen, sondern bei 10,3 Prozent liegen. Außerdem wird der Liquiditätsbedarf für das laufende Jahr aufgrund strategischer Neubewertungen von 130 Millionen Euro auf lediglich noch 60 Millionen Euro reduziert.

„An der Vorstandsspitze ist Teamarbeit gefragt und keine Verselbstständigung“, machte Metzger gestern deutlich. Mit Wolfgang Struwe (Marketing und Vertrieb), Erik Höhne (Technik) und Christoph Köther (Finanzen und Personal) müsse Enervie wieder in ruhiges Fahrwasser gelenkt werden. Dazu gehöre auch, das Unternehmen dividendenfest zu machen. In diesem und im kommenden Jahr werde es mit Sicherheit noch keine Ausschüttungen geben können, aber für 2017 müssten die Aktionäre wieder mit einer Dividende rechnen können. Lüdenscheid entgehen seit 2013 jährlich rund vier Millionen Euro, für Hagen summieren sich die Verluste sogar auf sieben Millionen Euro. Ob Köther wie sein Vorgänger auch Sprecher des Vorstandes werde, sei zum jetzigen Zeitpunkt offen und nachrangig.

Die Personalentscheidung hat auch eine pikante Note, denn schon einmal, im August 2008, trat Köther die Nachfolge von Grünhagen an. Der war vor seinem Wechsel zu Enervie ebenfalls Geschäftsführer der Hagener Versorgungs- und Verkehrsbetriebe. Christoph Köther stammt aus Essen und ist Vater zweier erwachsener Kinder. - be

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