Polizei ermittelt

Neue Fälle von Falschgeld: "Blüten" in Fast-Food-Restaurant und Kiosk aufgetaucht

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Symbolfoto

Menden/Märkischer Kreis - Eigentlich wollten sie nur schnell etwas essen bzw. Zigaretten kaufen - doch dann stand auf einmal die Polizei neben ihnen: Eine 18-Jährige und ein 29-Jähriger haben am Montag in einem Schnellrestaurant und einem Kiosk in Menden mit "falschen Fuffzigern" bezahlt. Es waren aber nicht die einzigen Fälle in den letzten Tagen.

Die 18-jährige Mendenerin und ihr Begleiter wollten sich gegen Mittag laut Polizei "nur mal eben schnell etwas zu essen holen am Drive-In-Schalter eines Schnellrestaurants". Die Mitarbeiterin prüfte dort routinemäßig den herübergereichten Geldschein - und identifizierte ihn als falsch. 

Danach ging sie geschickt vor: "Sie gab deshalb nur die bestellten Getränke über den Tresen und bat ohne weitere Erklärungen um Geduld. Zwischenzeitlich alarmierte sie die Polizei", berichtet die Polizei. Das Paar wartete, bis plötzlich der Streifenwagen neben dem Auto stand. Wo die junge Frau den falschen Fünfziger her hat, konnte sie nicht sagen. Weiteres Geld hatte sie nach Polizeiangaben nicht dabei.

Der zweite Fall ereignete sich in Platte Heide: Dort wollte ein 29-jähriger Mendener am Vormittag an einem Kiosk Zigaretten mit einem falschen Fünfziger bezahlen. Aber auch dort fiel der Geldschein bei einer Prüfung auf. "Die Mitarbeiterin hielt den Kunden fest, bis die Polizei eintraf. Der 29-Jährige gab an, dass ihm ein Passant in der Unnaer Straße einen Hunderter gewechselt habe", teilt die Polizei mit.

"Falschgeld ist immer im Umlauf"

Die Beamten ermitteln nun in beiden Fällen wegen des "Inverkehrbringens von Falschgeld". "Ob die junge Frau und der 29-Jährige selbst Opfer sind oder bewusst mit Falschgeld bezahlten, das müssen die Ermittlungen zeigen", heißt es. Tatsächlich hätten in der Vergangenheit Täter immer wieder die Hektik in einer Pizzeria oder an einem Kiosk genutzt, um Falschgeld loszuwerden. Oft falle das Falschgeld erst auf, wenn die Geschäftsleute die Einnahmen bei ihrer Bank einzahlen.

Es gibt einige Sicherheitsmerkmale, an denen man echte von falschen Geldscheinen unterscheiden kann.

Aber, das stellt die Polizei klar: "Auch der Versuch ist strafbar. Wer sich eine 'Blüte' andrehen lässt, der bleibt auf dem Schaden sitzen. Blüten werden ersatzlos eingezogen. Wer falsches Geld in Verkehr bringt, der kann mit Freiheitstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen bestraft werden." Erst vor wenigen Tagen endete vor dem Landgericht Dortmund ein Verfahren gegen einen 39-jährigen Hemeraner, der gestanden hatte, 900.000 Euro aus Neapel nach Deutschland "importiert" zu haben. Die Blüten waren allerdings so schlechter Qualität, dass sich Besteller weigerten, die Ware zu erwerben.

"Falschgeld ist praktisch immer im Umlauf. In Wellenbewegungen sind es mal mehr, mal weniger 'Blüten'", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Polizei. Bei der MVG sowie in Geschäften in Iserlohn und Halver seien in den vergangenen Tagen gefälschte Geldscheine aufgetaucht - Quelle: Unbekannt. Im Februar gab es nach Polizeiangaben zudem Fälle in Lüdenscheid, Kierspe, Hemer und Menden.

Diese Tipps gibt die Polizei

"Statistisch gesehen gibt es jeden Tag im Märkischen Kreis mindestens eine Anzeige, weil eine Blüte auftaucht. Deshalb sollte man sich im täglichen Zahlungsverkehr übergebene Geldscheine genauer anschauen", teilt die Polizei mit und gibt gleich Tipps: Die neuen Geldscheine böten die Möglichkeit einer schnellen Prüfung auch ohne technische Hilfsmittel. Es gelte das Prinzip "Sehen, fühlen, kippen":

Lesen Sie auch: So erkennen Sie Falschgeld

Sehen: "Einige Merkmale des echten Geldschein erscheinen erst, wenn man die Note gegen das Licht hält. Im Wasserzeichen werden bei der älteren Serie das Hauptmotiv und die Wertzahl der Note sichtbar. Bei der Europa-Serie erscheinen das Portrait der Europa, das Hauptmotiv sowie die Wertzahl. In der Mitte der Banknote erscheint in jedem Fall der Sicherheitsfaden als deutlicher, dunkler Streifen."

Fühlen: "Euro-Banknoten bestehen aus einem Spezialpapier aus Baumwollfasern mit fühlbaren Reliefs. Bei 10- und 20-Euro-Scheinen lassen sich auf der Vorderseite am Rand im farblich bedruckten Bereich kurze Linien ertasten."

Kippen: "Wenn man die Banknote kippt, verändern sich einige Merkmale, je nach Betrachtungswinkel. Es erscheinen andere Motive oder Farben. Beim neuen 20er und 50 beispielsweise wandert beim Kippen ein glänzender Streifen über die Zahl unten links, die Farbe wechselt zwischen Grün und Blau. Bei der 5-Euro-, 10-Euro und 20-Euro-Note sind u.a. im Hologrammstreifen die Wertzahl und das EUR-Symbol zu erkennen. Auf der Rückseite erscheint ein goldfarbener Glanzstreifen. Bei der 50-Euro-, 200-Euro und 500-Euro-Banknote wechselt die Wertzahl auf der Rückseite die Farbe. Im Hologramm erscheinen abwechselnd die Wertzahl und das Hauptmotiv." 

Hier gibt es weitere Tipps und ein Video

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