Neue Zahlen

Nebeneinkünfte: So viel verdienen die heimischen Abgeordneten zusätzlich

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Der deutsche Bundestag: Hier vertreten die heimischen Abgeordneten die Interessen der Bürger.

Nicht selten verdienen prominente Abgeordnete mit ihrem Namen und ihren Nebenjobs deutlich mehr als durch ihr Bundestagsmandat. So viel verdienen die heimischen Politiker zusätzlich.

Die heimischen Volksvertreter von CDU, SPD und FDP zählen bei den Nebeneinkünften bei weitem nicht zu den Top-Verdienern wie beispielsweise Peter Ramsauer (CSU). Der Ex-Verkehrsminister brachte es seit 2017 laut Abgeordnetenwatch als „Strategieberater“ außerhalb der Reichstagskuppel auf stattliche 896 000 Euro. Abgeordnetenwatch ist eine überparteiliche Internetplattform, die mehr Transparenz in den Politikbetrieb bringen möchte. 

Für Nezahat Baradari, die seit Anfang 2019 den südlichen Märkischen Kreis und den Kreis Olpe als SPD-Abgeordnete in Berlin vertritt, gibt das Portal 447.000 Euro als Nebeneinkünfte für die laufende Legislaturperiode an. Die Summe stamme aus Betriebseinnahmen ihrer Praxis, gibt die Kinder- und Jugendärztin aus Attendorn bei Abgeordnetenwatch an.

„Ich bin sehr froh, dass ich einen Arzt in Vollzeit finden konnte, der die medizinische Versorgung mit drei weiteren Mitarbeitern fortsetzt“, erklärte Baradari 2019. Ihre Einkünfte fließen demnach auch wieder zurück in die Praxis. 2019 hatten Baradaris Nebeneinkünfte bei 75.000 Euro gelegen. 

Heider auf Rang zwei im Märkischen Kreis

Mit 84.500 Euro steht Dr. Matthias Heider (CDU) bei den Zusatzverdiensten im Märkischen Kreis auf dem zweiten Platz. Das Geld stammt aus seiner freiberuflichen anwaltlichen Tätigkeit. Die Herkunft sei kein Geheimnis, unterstreicht der Jurist. So erhielt er das höchste Honorar, zwischen 30.000 und 50.000 Euro, für die Vertretung eines Mandanten. Bis 2019 hatte Heiders Nebeneinkommen bei 44.000 Euro gelegen. 

Für die heimische SPD-Abgeordnete Dagmar Freitag, die den Wahlkreis Märkischer Kreis II unter anderem mit Werdohl in der Bundeshauptstadt vertritt, gibt Abgeordnetenwatch unter Nebeneinkünften die Einkommensstufe 3 (bis 15.000 Euro jährlich) an. Die Summe (zuletzt monatlich 668 Euro, steuerpflichtig) erklärt sich aus ihrer Tätigkeit als stellvertretende Vorsitzende des Rundfunkrates der Deutschen Welle – eine Aufgabe, die sie seit mehreren Jahren wahrnimmt. Alle Angaben aktualisiert Dagmar Freitag auf ihrer Website www.dagmar-freitag.de jährlich.

Vogel nur mit einer kleinen Summe

Johannes Vogel (FDP), der zuletzt im Wahlkreis Olpe – Märkischer Kreis I antrat, hat außerparlamentarisch die im Vergleich zu vielen anderen Mandatsträgern bescheidene Summe von 2000 Euro angesammelt. An dieser Summe hat sich seit 2019 laut Abgeordnetenwatch nichts geändert. Vergangenes Jahr hatte der 38-Jährige über sein Büro mitteilen lassen, dass das Geld aus Vortragshonoraren stamme. Dies deckt sich mit den Angaben auf der Internetseite. Die Vergütungen wolle der Liberale wieder spenden, so Vogels Büro.

Abgeordnetenwatch ist eine überparteiliche Internetplattform, die das Ziel verfolgt, mehr Transparenz in den Politikbetrieb zu bringen. Auf der Internetseite kann man einsehen, wie die einzelnen Abgeordneten bei Abstimmungen votiert haben und kann Fragen an sie stellen. Darüber hinaus findet man bei www.abgeordnetenwath.de eine Übersicht über die Ausschussmitgliedschaften der Politiker sowie eben die Auflistung der Nebeneinkünfte. Die Abgeordneten müssen ihre Nebeneinkünfte nicht auf Euro und Cent genau, sondern in zehn Stufen angeben – diese reichen von mehr als 1000 bis 3500 Euro in der ersten Stufe bis zur letzten Stufe von mehr als 250 000 Euro monatlich. Der Besuch der Internetplattform ist für die Nutzer kostenlos.

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