Nacht der Unternehmen: Verhaltene Premiere

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Für die jungen Leute gab es bei der Nacht der Unternehmen hilfreiche Tipps für ihre Bewerbungen.

ISERLOHN -  Mit „Vollgas zum Job“ sollte es bei der 1. Nacht der Unternehmen in Iserlohn gehen, doch der Motor stotterte noch ein bisschen. Nur gut eine Handvoll Unternehmen und Institutionen präsentierte sich in der Schauburg einer überschaubaren Zahl an jungen Leuten.

Dabei ist es durchaus eine Idee mit Charme, mit der die Tema Technologie Marketing AG seit einigen Jahren in Deutschland unterwegs ist: Unternehmen präsentieren sich Studenten und Berufsanfängern als mögliche Arbeitgeber und zwar nicht nur per Marketingbroschüre am Stand, sondern im Betrieb selbst. Busse bringen die jungen Leute am Abend in die Firmen, wo sie sich an Ort und Stelle einen Eindruck verschaffen können.

In Iserlohn standen drei Ziele auf dem Fahrplan, neben der Bezirksregierung Arnsberg die Wirtschaftsberater von Naust Hunecke und Partner und das zur Diehl-Gruppe gehörende Sundwiger Messingwerk. Während der erste Bus noch eine recht große Zahl an Interessenten dort ablud, kam der Teilnehmer der zweiten Bustour gemeinsam mit Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann in den Genuss einer Privatführung. Eine Chance, die der angehende Wirtschaftsingenieur nutzte. Für ihn brachte der Abend nicht nur interessante Einblicke, sondern auch zwei Praktikumsangebote.

Damit hat die Nacht der Unternehmen für ihn und einige andere ihr Ziel durchaus erreicht: Kontakte knüpfen, Verbindungen schaffen. „Wir kämpfen um die besten Köpfe. Wer auf dem Weltmarkt bestehen will, braucht Menschen. Wir wollen verhindern, dass sie die Region verlassen“, hatte Bollermann zur Eröffnung der ersten Veranstaltung dieser Art im Regierungsbezirk Arnsberg betont, die neben Iserlohn auch in Hamm, Meschede und Dortmund stattfand. Angesichts des drohenden Fachkräftemangels hatte Tema-Vorstand Dr. Günter Bleimann-Gather im Vorfeld keine Probleme, zahlreiche regionale Unterstützer von der Agentur für Arbeit über Wirtschaftsförderer bis zu den Arbeitgeberverbänden zu gewinnen.

Warum die vielen „hidden Champions“, die heimlichen Weltmarktführer dennoch nicht in großer Zahl aus ihren Verstecken kamen, darüber konnte bei der Nacht der Unternehmen nur spekuliert werden. Sind die Südwestfalen einfach zurückhaltender und warten eine Premierenveranstaltung erst mal ab? Lag der Nutzen der für die Aussteller nicht ganz billigen Veranstaltung nicht offen auf der Hand? Oder ist der Fachkräftemangel bei den Ingenieuren noch nicht so dringend, weil die Verbindungen zwischen Wirtschaft und Fachhochschule Südwestfalen bereits sehr eng sind? „Wir kooperieren allein bei den dualen Studiengängen mit rund 80 Unternehmen“, berichtete FH-Pressesprecherin Birgit Geile-Hänßel am Rand der Veranstaltung.

Davon, dass die Nacht der Unternehmen trotzdem seine Berechtigung hat, ist Veranstalter Bleimann-Gather überzeugt: „Es ist das erste Mal. Alles braucht seine Zeit.“ Auch in den anderen Städten mit teilweise bis zu 100 Ausstellern sei es schleppend angelaufen. Für die, die dabei waren, hat der Abend am Ende einiges gebracht: Professionelle Bewerbungsfotos und -mappen für die einen, Praktikumsplätze für die anderen und einige interessante Gespräche an den Ständen. Und so wäre wohl nicht nur Diehl Sundwiger Messingwerk bei einer Wiederholung wieder dabei. - higo

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