Kein Straftatbestand

Tödlicher Unfall: Polizei könnte "Facebook-Paparazzo" ermitteln

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[Update, 16.30 Uhr] Balve/Iserlohn - Nach dem Unfall auf der Autobahn 46, bei dem am Sonntag zwei junge Balver ums Leben gekommen sind, laufen die umfangreichen Ermittlungen.  Die Polizei könnte die Identität des Gaffers feststellen, der kurz nach dem Unfall Fotos bei Facebook gepostet hatte. Ein Straftatbestand liegt aber nicht vor.

Ein 22-jähriger Balver und sein 17-jähriger Bruder sind in der Nacht auf Sonntag bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 46 zwischen der Anschlussstelle Iserlohn-Zentrum und Seilersee getötet worden. Wie berichtet fuhr der 22-Jährige Richtung Hemer, als der Sportwagen gegen 0.16 Uhr in einer langgezogenen Linkskurve von der Fahrbahn abkam.

Auch am Montag gab es noch keine neuen Erkenntnisse bezüglich der Unfallursache. Eine Sprecherin der Pressestelle der zuständigen Autobahnpolizei Dortmund konnte weder bestätigen noch dementieren, dass der junge Fahrer zu schnell auf der regennassen Fahrbahn unterwegs war: „Es sind noch umfangreiche Ermittlungen notwendig. Wie lange diese andauern werden, kann jetzt noch niemand voraussagen.“

Unfallfahrzeug war ein Audi R 8

Dietmar Boronowski, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde im Märkischen Kreis, bestätigte, dass es sich bei dem Unfallfahrzeug um einen Audi aus der Modellreihe R8 handelte, dessen Motor über eine Leistung von 309 kW (420 PS) verfügt.

„Facebook-Paparazzo“ könnte ermittelt werden

Ein Gaffer hatte unmittelbar nach dem tragischen Ereignis Fotos, auf denen das Kennzeichen des Unfallfahrzeugs zu erkennen war, im sozialen Netzwerk Facebook gepostet. Auf diese Weise hatten die Eltern der verunglückten Brüder von dem Unfall erfahren. Die Polizei könne ermitteln, wer die Fotos ins Internet gestellt habe, sagte Boronowski. „Das könnten wir herausfinden.“ Derzeit sieht die Polizei aber keinen Anlass für weitere Ermittlungen. Ein Straftatbestand liege nicht vor, allerdings habe der „Facebook-Paparazzo“ gegen das Datenschutzgesetz verstoßen.

In jedem Fall sei dieses Verhalten nicht nur unverständlich, sondern auch absolut unverantwortlich. „Angesichts einer solchen Aktion ist man sprachlos“, stellte Boronowski fest. Die Folgen für die Angehörigen der Unfallopfer seien enorm. Darüber hinaus werde auch die Arbeit der Polizei erheblich erschwert. „Die Feuerwehr stellt an Unfallorten nicht ohne Grund immer öfter Trennwände auf“, sagte Boronowski.

In einer ersten Version des Artikels haben wir irrtümlich darüber berichtet, dass die Polizei den "Facebook-Paparazzo" ermittelt habe. Für diesen Fehler möchten wir uns an dieser Stelle entschuldigen. Richtig ist, dass die Polizei die Person ermitteln könnte.

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