Corona und Schulen

Ministerin schweigt zum Brandbrief - Bürgermeister sehen Schulöffnung weiterhin kritisch

Schulöffnung Corona
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Schulöffnung in der Kritik.

Der sorgenvolle Brandbrief dreier Bürgermeister im Märkischen Kreis an NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer hat bislang keine Antwort gefunden.

Halver – In Düsseldorf wurde die Bitte, die Öffnung der weiterführenden Schulen angesichts der hohen Zahl an Corona*-Neuinfektionen zu überdenken, offenbar nicht erhört. (News zum Coronavirus im Märkischen Kreis)

LandkreisMärkischer Kreis
Bevölkerung414.886
KreisstadtLüdenscheid

Am Freitagabend hatten Sebastian Wagemeyer aus Lüdenscheid, Michael Brosch aus Halver und Michael Joithe aus Iserlohn mit Hinweis auf dramatische Inzidenzzahlen an das Bildungsministerium geschrieben. Wagemeyer hatte auch NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann über die Sorgen der einwohnerstarken Städte des Märkischen Kreises informiert. Doch auch hier blieb die Reaktion aus.

Im Gegensatz zur Landesregierung stieß die Anfrage aus dem Märkischen Kreis aber an anderer Stelle auf Interesse. Wagemeyer habe eine Anfrage aus dem Münsterland erreicht, wo sich eine Kommune nach dem Inhalt des Schreibens erkundigt habe – offenbar mit dem Ziel, sich ähnlich gegenüber dem Land zu positionieren.

Brandbrief an Ministerin: Bürgermeister gegen Schulöffnung wegen hoher Inzidenzen

Bleibe es beim aktuellen Stand, empfinde er dies als zumindest bedauerlich, sagte Michael Brosch im Gespräch mit unserer Redaktion. Denn am Wochenende ging die Inzidenz in mehreren Städten durch die Decke. Mit 217,6 hatte Halver mit Stand von Sonntag die traurige Spitzenposition im Ranking der Städte übernommen. Lüdenscheid lag mit 214,4 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner an sieben Tagen aber nur denkbar knapp dahinter.

„Das ist doch keine PR-Aktion“, macht Michael Brosch angesichts der Zahlen deutlich. Er fühle sich bestätigt durch eine Vielzahl von Telefonaten und E-Mail-Kontakten im Nachgang des Anschreibens. Ähnlich erging es auch Sebastian Wagemeyer, der betont, sich mit dem Brief keineswegs politisch positionieren zu wollen. „Hier geht es um Gesundheit. Das hätten wir auch an eine SPD-Landesregierung geschrieben.“ Wie die Befindlichkeiten an den Schulen sind, zeigen die Reaktionen auf direkte Nachfragen der Redaktion. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen der Freude des Wiedersehens auf der einen und massiven Sorgen um das Pandemiegeschehen auf der anderen Seite.

Von den Schulleitungen bemängelt wurde zudem die Informationslage zu Schnelltests, die für diese Woche angekündigt sind. In dieser Hinsicht lieferte das Land NRW am Nachmittag nach, weist aber in der Schulmail auch auf zeitliche Vorgaben hin: „Grundsätzlich entscheiden die Schulen nach ihren Gegebenheiten über Zeitpunkt und Organisation der Testungen. Den Schulen verbleibt somit [...] Vorlaufzeit zur Planung und Vorbereitung der Selbsttestungen. Sie müssen nur sicherstellen, dass vor Beginn der Osterferien eine Testung durchgeführt wird.“

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