Vorwürfe gegen Vermieter

Mieter von Brügger Wohnungen verzweifelt: Schnee fiel direkt auf den Dachboden

+
Die Eisenbahner-Häuser in Brügge wurden an einen privaten Investor verkauft. 

Lüdenscheid – Verschaukelt und im Stich gelassen - so fühlen sich die Mieter der Eisenbahner-Wohnungen in Brügge. Die Kritik richtet sich dabei nicht nur an den neuen Investor aus Bochum, sondern auch an den alten Vermieter. 

„Dampf ablassen“ – das sollten die Bewohner der verkauften Eisenbahner-Häuser in Brügge bei einer Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Lüdenscheid-West und Brügge. Und das taten die rund 30 Besucher im Rotkreuz-Heim an der Volmestraße dann auch. 

Kurzum: Die Zusammenkunft geriet über Strecken zu einer verbalen Ohrfeige – für die Hagener Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft (EWG) als alter Besitzerin und für die neuen Herren von der privaten Rhein-Ruhr-Invest in Bochum. 

In der Versammlung berichteten die Mieter über ihre Erfahrungen. 

Spürbar an diesem Abend aber auch: die tiefe Verunsicherung über die Zukunft der Siedlung und über die rechtliche Lage der Wohngenossen. Da konnte auch Stefan Preußner – Anwalt beim Lüdenscheider Mieterbund und bei dem Treffen ebenfalls präsent – nur bedingt Aufklärung leisten. Zu viele Details stecken in der Materie. 

Undichtes Dach: Plane über die Wäscheleine

Ein Schwerpunkt bei der Zusammenkunft: der Zustand der insgesamt 59 Wohnungen. Der ist offenkundig nicht eben rosig. Klage einer Bewohnerin: „Die EWG hat hier schon Jahre nichts mehr gemacht. Alles gammelt vor sich hin.“ 

Lesen Sie auchErhöhung um 170 Prozent (!): 91-Jähriger soll neuen Vertrag unterzeichnen

Die Frau hatte auch gleich ein Beispiel parat: „Als der Schnee bei uns schon direkt auf dem Dachboden lag, hat die EWG tatsächlich einen Dachdecker beauftragt – damit der als Schutz eine Plane über die Wäscheleinen spannt.“ 

"So geht man nicht mit Menschen um"

Ein Kontakt zur EWG sei schwierig gewesen, der Bitte um Rückrufe nicht entsprochen worden. Ein langjähriger Genossenschaftler sieht die Dinge so: „Ich habe das Gefühl, dass der EWG die Brügger Wohnungen völlig egal sind.“ Urteil von SPD-Mann Jan Eggermann: „So geht man nicht mit Menschen um.“ 

Dass mittlerweile Abgesandte der Rhein-Ruhr-Invest und ihrer Hausverwaltung Administramus im Viertel unterwegs waren und Mieterhöhungen sowie vage Modernisierungen ankündigt haben, steigert dabei den Unmut unter den Bewohnern. 

Vorwurf: Abfotografieren der Dokumente verhindert

Die Darstellung mehrerer Wohngenossen: Das Damen-Duo habe einige Bewohner zum Unterschreiben von Schriftstücken unklaren Inhalts bewegt, dabei Textpassagen mit der Hand verdeckt und das Abfotografieren der Dokumente verhindert. 

Die eindringliche Rat von Mieterbund-Anwalt Preußner an die Bewohner: „Unterschreiben Sie nichts. Und geben Sie den alten Vertrag nicht aus der Hand. Er gilt voll weiter. Zahlen Sie aber Ihre bisherige Miete korrekt weiter."

Die Rhein-Ruhr-Invest hüllt sich unterdessen weiter in Schweigen. Eine Firmenmitarbeiterin beschied eine zweite Anfrage unserer Zeitung exakt wie die erste: „Es besteht kein Interesse an einem Gespräch.“

Lesen Sie auch:  Wut auf Investor: Linke debattieren über Hausbesetzungen in Lüdenscheid

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare