Erstmalige Erhebung

Migranten-Familien im MK sprechen Deutsch zuhause - allerdings nicht alle

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Duden-Seite (Symbolbild)

Märkischer Kreis – Welche Sprache sprechen Personen mit einem Migrationshintergrund zuhause? Das wollten die Statistiker genauer wissen und fragten nach. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. 

133.000 Einwohner im Märkischen Kreis haben einen Migrationshintergrund. Das entspricht einem Anteil von 32,1 Prozent an der Gesamtbevölkerung, die IT.NRW als Statisches Landesamt für den Märkischen Kreis mit 416.000 angibt. 

Im Rahmen der Mikrozensus-Befragung 2017 wurde erstmals auch die Frage gestellt, welche Sprache vorwiegend zuhause gesprochen wird. Jetzt liegen die – allerdings hochgerechneten – Ergebnisse vor. Demnach lebt der Großteil der Menschen mit Migrationshintergrund (111.000 Einwohner oder 84 Prozent) in einem Haushalt mit zwei oder mehr Personen. 

Kreis MK leicht unter dem Landesschnitt

In 53,7 Prozent dieser Haushalte wurde vorwiegend Deutsch untereinander gesprochen. In 46,3 Prozent der Haushalte wurde überwiegend eine andere Sprache gesprochen. Um welche Sprachen es sich dabei handelt, wurde nicht für den einzelnen Kreis ausgewiesen. 

Landesweit allerdings gibt es Daten: Demnach war Türkisch die am häufigsten verwendete Fremdsprache, gefolgt von Russisch, Arabisch und Polnisch. Mit einem Anteil von 53,7 Prozent liegen die deutsch sprechenden Haushalte im Märkischen Kreis knapp unter dem Landesschnitt von 56,3 Prozent. 

Deutliches Stadt-Land-Gefälle 

Dabei wird ein deutliches Stadt-Land-Gefälle sichtbar. Tendenziell ist die Deutsch-Quote in den Flächenkreisen deutlich höher als zum Beispiel in den kreisfreien Städten. Die höchsten Anteile zuhause deutsch sprechender Menschen mit Migrationshintergrund weisen die ostwestfälischen Kreise Lippe (71,9 Prozent) und Gütersloh (71,3 Prozent) auf. 

Ausnahme bei den Flächenkreisen ist Borken im Münsterland, wo nur 44,3 Prozent zuhause deutsch sprechen. Den geringsten Anteil gibt es in Herne (41,4 Prozent) und Duisburg (42,9 Prozent). In Köln liegt die Quote bei 45,1 Prozent. 

HSK mit bester Quote im Regierungsbezirk

Deutlich höher sind die Quoten in den Großstädten Dortmund (54 Prozent), Bochum (58,1 Prozent) und Hagen (53,7 Prozent). Die Spitzenposition im Regierungsbezirk Arnsberg hat der Hochsauerlandkreis mit 65,6 Prozent inne. Hier ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund vergleichsweise gering (16,9 Prozent). 

Wer ist eine Person mit Migrationshintergrund?

Zum besseren Verständnis dieser Statistik hat IT.NRW noch einmal darauf hingewiesen, wer mit dem Begriff „Personen mit Migrationshintergrund“ gemeint sind: „Als Personen mit Migrationshintergrund gelten nach §4 Abs.1 des Teilhabe- und Integrationsgesetzes NRW Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, oder im Ausland geborene und nach 1949 Zugewanderte, oder Personen, bei denen mindestens ein Elternteil zugewandert ist.“

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