Marktschreier und mehr auf dem Sternplatz

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Drei Tage lang preisen Marktschreier ihre Waren auf dem Sternplatz an.

Lüdenscheid - Drei Tage dauert das Marktschreierspektakel auf dem Sternplatz. Das Angebot reicht von Aale-Ole über Naschkram-Ben bis hin zu allerlei Kram und Kitsch.

Kibbeling mit Remoulade geht immer. Auch morgens um kurz nach 11 Uhr. Der Blick steift über Wasser, Palmen, Orangenbäumchen und Marktstände. Urlaubsstimmung macht sich breit, und im Urlaub sitzt das Geld locker. Das ist die Chance für Aale-Ole, Naschkram-Ben und den Käsemaxx: „Hallooo, hier iss lecker!“ 

Noch bis Sonntag weht ein Hauch von Hamburger Fischmarkt über den Sternplatz. Tomatenzauber als Gewürz des Tages, jedes Teil ein Euro, Chili-Tüten gibt’s dafür auch zwei. Hier am Stand schreien eher die Plakate, was aber nicht bei jedem wirkt. „Guck mal, Schatz“, sagt er und stoppt. „Jaja“ sagt sie und zieht schnell weiter, vorbei an Aale-Ole, und Naschkram-Ben, der gerade Cookies und Oreos zu Toffifee in die Tüte packt, bis die fast platzt. „Und noch dreimal Lachgummi“ – mit „Fan-Fieber“-Aufdruck, WM-Reste, ach so. Ab damit, Chips dazu. Wer möchte? –„Mensch, ich will doch nur dein Geld, junger Mann, komm zurück!“

Offizielle Eröffnung des Marktschreier-Festivals

Naschkram-Ben gibt alles, aber die Schlange steht beim Holländer. „Blumenkönig Adrianus“ heißt in Wirklichkeit Michel, ist blond, charmant, und ganz begeistert von Lüdenscheid. „So schöne Häuser, so wenig Leerstand, so viel los, auch abends. Sagenhaft.“ Er kommt, so sagt er, „direkt vom Fischmarkt“ und lockt mit Disco-Musik, das schont die Stimme. Die braucht er, um gefärbte Orchideen unters Volk zu bringen: „Schau, drei Rispen.“ Das Volk zeigt Interesse. 

Bei Käsemaxx aus Leipzig ist’s ruhig. Der telefoniert. Immer noch. Mit wem, wird klar, als ein großer Laster aus Bochum rückwärts an die Gasse rollt: Der Käse kommt, kann losgehen. Da ist Aale-Ole schon zufrieden. Ole heißt eigentlich Martin, aber wenigstens Fischer. Grinst und weiter geht’s: „Heute ist Fischtag, heute ist Freitag.“

 Wer Fisch nicht mag, mag vielleicht Kitsch und Kram. Bis Sonntag gibt’s Plastikwellensittiche, Hosenträger, Totenkopfringe, blinkende Imbiss-Schilder, rosa Plüscheulen und sonstigen Tinnef. Michel aus Amsterdam spielt inzwischen Schlager und preist seinen kniehohen Orangenhain an: „Ein Bäumchen – für dich 35 Euro statt 120. Tschüss, bis Sonntag. Und sagt den Nachbarn Bescheid.“

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