100 Mitarbeiter betroffen

Krankenhaus der Märkischen Kliniken soll geschlossen werden

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Das Marienhospital in Letmathe.

[UPDATE 18.49 Uhr] Märkischer Kreis – Einschnitt in die Gesundheitsversorgung im Märkischen Kreis: Wie unsere Redaktion soeben erfuhr, gibt es Pläne zur Schließung eines Krankenhauses. Es gehört zu den Märkischen Kliniken. 

Das Marienhospital in Iserlohn-Letmathe soll Ende des Jahres geschlossen werden. Das Haus gehört zu den Märkischen Kliniken. Unter diesem Dach sind das Klinikum in Lüdenscheid-Hellersen, die Stadtklinik in Werdohl und das Marienhospital vereint. Für die Schließung haben sich die Geschäftsführung der der Aufsichtsrat der Kliniken entschlossen, weil das Marienhospital finanziell erheblich angeschlagen ist. Im vergangenen Jahr betrug der Verlust rund eine Million Euro. 

Die wirtschaftliche Situation im Letmather Marienhospital habe sich dramatisch verschlechtert, teilte der Märkische Kreis mit, der Gesellschafter der Märkischen Kliniken GmbH ist.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Märkische Kliniken GmbH für das Marienhospital mit einem Verlust in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Für die Folgejahre werden Beträge von deutlich mehr als zwei Millionen Euro prognostiziert.

Darüber hinaus stehen Investitionen für den Brandschutz in Höhe von 5,2 Millionen Euro an. Hinzu kommen rückläufige Behandlungsfälle, weil immer mehr Operationen oder Behandlungen ambulant erfolgen müssen.

Wie der Kreis mitteilt, käme ferner erschwerend hinzu, dass es im Umkreis von 21 Kilometern um das Marienhospital 16 Krankenhäuser gibt. Vor allem kleinere Häuser hätten nur noch wenig Chancen zu überleben.

Falls der Krankenhausbetrieb im Marienhospital fortgeführt werde, komme es zu einer erheblichen finanziellen Belastung der Märkischen Kliniken GmbH, schreibt der Kreis. Dies könne zu einem Vermögensverlust im Kreishaushalt und bei der Märkischen Kommunalen Wirtschafts-GmbH führen, die als Gesellschafter an den Märkischen Kliniken beteiligt ist. 

Für das Marienhospital Letmathe bestehe somit keine Perspektive für eine wirtschaftliche Betriebsführung. Alle Bemühungen, eine alternative Lösung für das Krankenhaus zu finden, blieben erfolglos.

Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Krankenhauses trifft der Kreistag in seiner Sitzung am 27. Juni. Rund 100 Beschäftigte sind von den Schließungsplänen betroffen. Sie sollen weiterbeschäftigt werden. Das Krankenhaus verfügt derzeit über 90 Planbetten.

Die Märkischen Kliniken übernahmen das Haus 1984 von der katholischen Kirchengemeinde.

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