Infoveranstaltung am Freitag im Kreishaus

Malteser betreuen Flüchtlinge - Kirchenkreise sagen Hilfe zu

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Landrat Thomas Gemke (Mitte) mit Superintendentin Martina Espelöer (2.v.r.) und Superintendent Klaus Majoress (links) besprachen mit Verantwortlichen des Kreises die Möglichkeiten der Unterstützung durch die evangelischen Kirchenkreise.

Märkischer Kreis - Die Verantwortung für die Betreuung von rund 300 Flüchtlingen in der Sporthalle am Raithelplatz in Lüdenscheid und in der ehemaligen Förderschule in Halver werden die Malteser aus der Diözese Essen am Donnerstag kommender Woche übernehmen.

Unterstützung haben die beiden evangelischen Kirchenkreise bereits zugesagt. Am Freitag gibt es im Lüdenscheider Kreishaus ab 18 Uhr eine Informationsveranstaltung für alle Bürger, die sich engagieren wollen.

„Menschen kommen zu uns, die in höchster Not ihr zerstörtes Zuhause verlassen mussten und dabei oft Schreckliches erlebt haben. Diesen Bedürftigen zu helfen ist für uns Malteser eine Selbstverständlichkeit“, bringt es Malteser Diözesangeschäftsführer Thomas Hanschen auf den Punkt.

Bei der Betreuung der Menschen in der ehemaligen Förderschule „An der Susannenhöhe“ in Halver sowie in der Sporthalle am Raithelplatz in Lüdenscheid helfen auch viele ehrenamtliche Malteser, die in unterschiedlichen Bereichen des Katastrophenschutzes ausgebildet sind. Ihre Aufgaben umfassen die Ausgabe von Bekleidung, die Betreuung einer Kinderspielstube und eines Mutter-Kind-Bereiches, die Möglichkeit zur Registrierung und die Verwaltung eines Sachspendenlagers. „Ein ganz besonderer Dank gilt den Mitarbeitern des Kreises und der Bevölkerung, ohne deren großartigen Einsatz der Aufbau einer solchen Einrichtung nicht möglich wäre“, lobt Hanschen.

Informationsveranstaltung für alle, die helfen möchten

Um über die aktuelle Situation und die Herausforderungen zu berichten, haben Malteser und Märkischer Kreis für Freitag (25. September), 18 Uhr, eine Informationsveranstaltung terminiert. Alle interessierten Bürger sind ins Lüdenscheider Kreishaus, Heedfelder Straße 45, eingeladen. Im Sitzungssaal (Raum 136) wollen die Organisatoren über konkrete Möglichkeiten der Unterstützung und die Koordination der ehrenamtlichen Hilfe hinweisen.

Weitere personelle Unterstützung kommt von den beiden Evangelischen Kirchenkreisen Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg. Mehrere Mitarbeiter der gemeinsamen kreiskirchlichen Verwaltung Iserlohn-Lüdenscheid haben ihre Bereitschaft zur Betreuung signalisiert. Darunter sind auch Hauptgeschäftsführer Joachim Steuer und Geschäftsführer Volker Schöbel.

Kirchliche Kreisverwaltung stellt Mitarbeiter

„Amtshilfe jetzt zu leisten, ist für uns als Kirche selbstverständlich. Wir unterstützen den Märkischen Kreis, wo wir können und er uns braucht“, betonten Superintendentin Martina Espelöer und Superintendent Klaus Majoress im Gespräch mit Landrat Thomas Gemke. „Die Mitarbeiter sind für die Betreuung bereits eingeplant“, so der Behördenchef. Der Märkische Kreis selbst war zeitweise mit rund 70 Beschäftigten in die Betreuung eingebunden.

Die kirchliche Kreisverwaltung will in dieser Woche zunächst fünf Mitarbeiter in den beiden Notunterkünften in Lüdenscheid und Halver einsetzen. „Das nehmen wir als Pilotversuch“, sagte Landrat Gemke. „Wie viele in der nächsten Woche gebraucht werden, bleibt abzuwarten.“ Die Kirche stellt ihre Mitarbeiter für diese Zeit frei.

Die Welle der Hilfsbereitschaft sei beeindruckend, so der Geschäftsführer der Malteser. „Doch auf Dauer braucht es andere Strukturen, die dann mit hauptberuflichem Personal ausgestattet eine Unterkunft organisieren können, wenn das ehrenamtliche Engagement an die Grenzen stößt.“

Hauptamtliche Mitarbeiter benötigt

Für den Betrieb der Notunterkünfte werden daher noch hauptamtliche Mitarbeiter benötigt. Gesucht werden aktuell Gesundheits- und Krankenpfleger, Mitarbeiter in der Flüchtlingsbetreuung und die Leitung einer Flüchtlingsunterkunft.

Alle Infos zur Notunterkunft gibt es auf den Seiten www.malteser-bistum-essen.de oder telefonisch unter 08 00 / 3 66 87 29. Das Bürgertelefon des Kreises ist während der Öffnungszeiten der Verwaltung unter Tel 0 23 51 / 9 66 83 50 zu erreichen.

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