Dietmar Boronowski

„Spaß kam nie zu kurz“: Polizeisprecher des MK wechselt mit Wehmut

Die Polizei-Pressestelle in Iserlohn mit Christof Hüls, Marcel Dilling, Dietmar Boronowski und Anna Becker wird ihr Gesicht verändern, denn Dietmar Boronowski wechselte am 1. September in den Führungsstab der Leitstelle, wo auch Marcel Dilling bald tätig wird.
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Die Polizei-Pressestelle in Iserlohn mit Christof Hüls, Marcel Dilling, Dietmar Boronowski und Anna Becker wird ihr Gesicht verändern, denn Dietmar Boronowski wechselte am 1. September in den Führungsstab der Leitstelle, wo auch Marcel Dilling bald tätig wird.

Nicht jeder Bürger wird ihn kennen, aber jeder Pressemensch im Märkischen Kreis hatte schon mit ihm zu tun, denn Dietmar Boronowski leitete über zwölf Jahre lang die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Iserlohn, ehe er am 1. September die Leitung des Führungs- und Lagedienstes der Kreispolizei übernahm, zu der auch die Einsatzleitstelle gehört.

Märkischer Kreis – „Boronowski... – Grüße“ hörte man am anderen Ende der Telefonleitung, wenn man die Pressestelle anrief. Im neunten Stock der Kreispolizeibehörde genoss „Boro“, wie ihn Freunde und Kollegen nennen, einen sehenswerten Blick über die Waldstadt. Doch auch das Büro ist alles andere als ein tristes Beamtenbüro. Viel Grün auf den Fensterbänken, ein Stehtisch in der Mitte, ein humorvolles Wandgemälde und Erinnerungsfotos machen aus dem Büro einen Ort, an dem es sich gut arbeiten lässt. Und das empfinden auch die Kollegen so. Neben dem Ersten Polizeihauptkommissar Dietmar Boronowski wurde die Pressestelle komplettiert durch Polizeihauptkommissar Marcel Dilling, den früher als Redakteur tätigen Christof Hüls und zeitweise auch von Polizeioberkommissarin Anna Becker.

Nach dem vor wenigen Tagen erfolgten Wechsel von Dietmar Boronowski in die Leitstelle erhöhte sich der Frauenanteil, denn seit Anfang August arbeitet dort Polizeihauptkommissarin Wibke Honselmann, die die Leitung der Pressestelle übernahm. In Kürze wird auch Marcel Dilling in die Leitstelle wechseln – über fünf Jahre arbeitete er in der Pressestelle und sucht nun eine neue Herausforderung als Einsatzbearbeiter in der Leitstelle. „Die Leitstelle ist für mich das Herzstück der Polizei. Da fängt alles an und es müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden“, findet Dilling.

Blick von außen hilft

Dietmar Boronowski ist es zu verdanken, dass mit Christof Hüls ein gelernter Layouter und Redakteur der Frankfurter Neue Presse vor einigen Jahren ins Team geholt wurde.

„Mal den Blick von außen zu haben, erfrischt die ganze Geschichte“, findet Marcel Dilling und Christof Hüls sagt, dass er sich die Arbeit bei der Polizei „steifer vorgestellt hätte.“

Sein scheidender Chef hat den Einfluss des Journalisten auf die Schreibweise bemerkt: „Unsere Berichte sind weicher geworden, seitdem Christof Hüls hier arbeitet. Wir schreiben jetzt nicht mehr von einem Kfz, das aus Fahrtrichtung soundso vor eine Lichtzeichenanlage fährt, sondern von Autos und Ampeln.“

Der Kontakt mit den Journalisten habe ihm immer viel Freude bereitet, sagt der 56-jährige Boronowski, der zwei Kinder hat und in Hemer lebt. Auch wenn „Boro“ ein humorvoller Mensch ist, kann er auch anders. Bei einem Kollegen aus dem Balver Raum habe er drei Mal in Folge aufgelegt, weil sein Gegenüber ohne Nennung der Tageszeit sofort losfragte.

Wir haben hier sehr gut zusammengearbeitet und der Spaß kam auch nicht zu kurz.

Dietmar Boronowski

Anfangs habe er auch bei Raub- oder Mordfällen schon genau überlegen müssen, was er sagen könne und was nicht. Mit der Zeit entwickele man aber ein Gespür dafür. Hilfreich für die Kollegen war auch, dass ihr Chef fast jeden der 700 Kollegen dank seiner 39 Dienstjahre kennt – getreu der Devise „man muss nicht alles wissen, aber man muss wissen, wen man fragen kann.“

Hilfreich sei auch das selbstbestimmte Arbeiten gewesen. „Es gibt Behörden, wo alles aus der Pressestelle noch einmal vom Abteilungsleiter gegengelesen wird. Das gab und gibt es bei uns nicht. Der Leiter hier hat Prokura“, sagt Boronowski, der die Pressestelle mit ein wenig Wehmut verlässt, „denn wir haben hier sehr gut zusammengearbeitet und der Spaß kam auch nicht zu kurz.“

Dass die kleine Pressestelle mit dem Jerusalem-Polizei-Video bundesweit für Aufsehen sorgte und auch sonst eine gute Arbeit leistet, blieb auch in anderen Polizeibehörden nicht unbemerkt, zumal dort teilweise die fünffache Anzahl arbeitet.

Seit dem 1. September hat nun die 46-jährige Polizeihauptkommissarin Wibke Honselmann den Platz von Dietmar Boronowski eingenommen. Sie war zuvor Wachdienstführerin der Polizeiwache Iserlohn und auf der Einsatzleitstelle. Die gebürtige Schwerterin ist verheiratet, Mutter zweier Kinder und nun hauptverantwortlich für die Pressearbeit der Kreispolizeibörde Iserlohn.

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