MK: Kindeswohl in 74 Fällen akut gefährdet

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Märkischer Kreis - In 74 Fällen war das Kindeswohl in Familien im Märkischen Kreis im vergangenen Jahr akut gefährdet. Das geht Zahlen hervor, die das statistische Landesamt IT.NRW veröffentlicht hat.

Im Jahr 2018 haben die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen im Rahmen ihres Schutzauftrags in 43 375 Fällen eine Einschätzung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung vorgenommen. Das waren 9,9 Prozent mehr als im Jahr 2017 (39 478), teilt das Statistische Landesamt IT.NRW mit. 

Im Märkischen Kreis stieg die Zahl der Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls im selben Zeitraum um 1,8 Prozent, von 1195 Fällen im Jahr 2017 auf 1217 in 2018 Im Fünf-Jahres-Vergleich (2013/863 Fälle) ist im MK ein Anstieg um 41 Prozent zu verzeichnen, auf Landesebene stieg die Zahl der Verdachtsfälle seit 2013 um rund 42 Prozent.

Mit 1217 Verdachtsfällen liegt der Märkische Kreis landesweit nach absoluten Zahlen auf Platz acht der Statistik, hat beispielsweise mehr Fälle als Düsseldorf (1146) und Gelsenkirchen (1036). Im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg wurden nur in Dortmund (1498) mehr Verdächtsfälle gemeldet.

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Bei der Zahl der Fälle, in denen im Jahr 2018 eine akute Kindeswohlgefährdung festgestellt worden ist, rangiert der Märkische Kreis dagegen landesweit auf Rang 30. In 74 (6,1 Prozent) der 1217 Verdachtsfälle, die im vergangenen Jahr im Märkischen Kreis untersucht worden sind, lag laut Statistik eine akute Kindeswohlgefährdung vor, in 222 Fällen (18 Prozent) eine latente Kindeswohlgefährdung. In 351 Fällen (28,8 Prozent) wurde keine Kindeswohlgefährdung, aber ein Hilfebedarf festgestallt. In fast der Hälfte aller Verdachtsfälle (572/47 Prozent) bestand weder eine Kindeswohlgefährdung noch akuter Hilfebedarf.

Die aktuellen Zahlen, die die Landesstatistiker vorgelegt haben, schlüsseln auch auf, welche Institutionen oder Personen die Verdachtsfälle gemeldet haben. So kamen im Märkischen Kreis 124 Meldungen aus Schulen und der Kindertagespflege, 227 von Verwandten und Bekannten, 310 von Polizei, Gericht und der Staatsanwaltschaft sowie 556 von sonstigen Personen.

Hier geht es zu den Daten von IT.NRW

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