Bundestagswahl 2021

Grünen-Kandidat Ingo Stuckmann: „20er Jahre sind das kritische Jahrzehnt“

Für den Bundestagskandidaten der Grünen, Dr. Ingo Stuckmann, war die Energiepolitik der Bundesregierung der Auslöser, in die Partei einzutreten.
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Für den Bundestagskandidaten der Grünen, Dr. Ingo Stuckmann, war die Energiepolitik der Bundesregierung der Auslöser, in die Partei einzutreten.

Der Grünen-Direktkandidat Dr. Ingo Stuckmann ist erst relativ kurz in der Partei aktiv – gerade einmal zweieinhalb Jahre. Doch umso eindringlicher wirbt er für eine andere Klima- und Energiepolitik.

Märkischer Kreis – „Ich kann es nicht ertragen, dass die Politik den Status quo so weiterlaufen lässt“, erklärt der 53-Jährige die Motivation für seine Kandidatur. „Die 20er Jahre sind das kritische Jahrzehnt, damit wir die Kurve kriegen und nicht in eine Heißzeit kommen. Wir müssen die Klimakipppunkte sichern.“ In einigen Jahren gehe das nicht mehr.

Stuckmann ist seit 20 Jahren im Bereich erneuerbare Energie tätig, hat große Wind- und Solarenergieprojekte in verschiedenen Ländern mitrealisiert. Auch momentan arbeite sein Planungsbüro an Projekten unter anderem in den USA.

Poster solcher Windparks schmücken auch die Räume in der Nähe des Bahnhofs Eiringhausen, wo Stuckmann seit 2020 unter der Woche arbeitet und wohnt. Das Wochenende verbringt er in Mülheim an der Ruhr bei seiner Frau Maria und dem jüngsten Sohn; zwei ältere Söhne und eine Tochter sind bereits aus dem Haus. Manchmal besucht Maria Stuckmann, die mit ihrem Mann seit 29 Jahren verheiratet ist, ihn in Plettenberg.

An die Trennung während der Woche haben sich beide gewöhnt. „Ich kenne es nicht anders“, sagt die gebürtige Spanierin. Als ihr Mann vier Jahre in Leipzig arbeitete, war die Entfernung nach Hause noch viel größer. Sie sei stolz, dass er trotzdem viel Zeit mit den Kindern verbracht habe, als sie kleiner waren. „Er hat sie immer ermutigt, sich neue Sachen zu trauen.“

Für Stuckmann sind die abendlichen Anrufe seiner Frau ein festes Ritual, wenn er nicht zuhause ist. „Darauf freue ich mich jeden Abend. Das ist emotional sehr viel wert“, sagt Stuckmann, der momentan wegen des Wahlkampfs viel unterwegs ist.

Obwohl er lange beruflich mit einem grünen Thema zu tun hatte, trat er erst im März 2019 gemeinsam mit seiner Frau in die Partei ein. „Ich war immer ein Wechselwähler“, gibt Stuckmann zu. „Ich habe aber in den letzten 10, 20 Jahren häufig grün gewählt.“ Auslöser für den Eintritt war die Energiepolitik der Bundesregierung, die die weitere Entwicklung der Solar- und Windenergie ausbremste. Das habe dem Standort Deutschland geschadet, sagt Stuckmann. Ihm war sofort klar, dass er in die Bundespolitik gehen wollte. Er engagierte sich gleich in der Bundesarbeitsgemeinschaft Energie und arbeitete am energiepolitischen Teil des Grünen-Wahlprogramms mit.

Seine Botschaft, dass Wind- und Solarstrom günstiger als Kohlestrom seien und die Energiewende sich rechne, verdeutlicht Stuckmann gerne mit einer Klimamedaille. Vorne steht: „Klimaschutz – Grundrecht“; auf der Rückseite: „Es rechnet sich – es gibt keine Ausreden mehr.“ Und deswegen hat Stuckmann selbst auch eine Solaranlage auf dem Dach seines Reihenhauses in Mülheim, heizt mit einem Pelletofen statt mit Gas und fährt ein E-Auto.

Noch lieber fährt er allerdings Fahrrad. „Wenn wir keine Termine haben, beginnen wir den Tag mit Fahrradfahren“, berichtet Maria Stuckmann. Wenn es sich ergibt, kaufen sie unterwegs an einem Bauernhof frische Eier. Im Wahlkampf bleibt dafür aber kaum noch Zeit.

Noch etwas vermisst Ingo Stuckmann ganz besonders, wenn auch aus anderen Gründen: Live-Musik. „Ich liebe es auf Konzerte zu gehen, vor allem in kleine Jazz-Keller. Das hat mir in der Coronazeit am meisten gefehlt“. Doch manchmal haben er und seine Frau Ersatz, wenn ihre Tochter, die Englisch und Musik studiert, sie in Mülheim besucht und übt. „Dann haben wir ein Privatkonzert zuhause“, erzählt Maria Stuckmann.

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