Bestellungen am letzten Tag

"Geld ist Geld": Lüdenscheid nimmt Abschied von 500-Euro-Scheinen

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Am Freitag gab die Sparkasse Lüdenscheid noch einige Scheine aus.

Lüdenscheid – Viele kannten sein Aussehen allenfalls vom Schild an der Tankstelle – verbunden mit dem eindeutigen Hinweis, dass diese Banknote eben nicht angenommen wird. Jetzt wurde das Aus für den 500-Euro-Schein besiegelt.

Seit der Umstellung von D-Mark auf Euro im Jahr 2002 war er das Phantom unter den Banknoten: der 500-Euro-Schein. Es gibt zahlreiche, keinesfalls arme Menschen, die in ihrem Leben den größten Euro-Schein noch nie in den Händen gehalten haben.

Am vergangenen Freitag war der letzte Ausgabetag der Banknote. Von Wehmut war in der Hauptstelle der Sparkasse Lüdenscheid jedoch nichts zu spüren. „Es ist nicht schlimm, wenn es den 500er nicht mehr gibt. Er spielte im Alltag überhaupt keine Rolle“, sagt Volker Schnippering, stellvertretender Pressesprecher des heimischen Geldinstituts.

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Mit diesem Schein sei der Bezahlvorgang in normalen Geschäften eher zum Problem geworden, weil er nur in Ausnahmefällen angenommen wird. Dies widerspreche dem Zweck von Bargeld. Die Nachfrage am letzten Ausgabetag hielt sich nach Auskunft der Sparkasse in engen Grenzen.

Bestellungen für den "König unter den Scheinen"

Allerdings hatten einige Bankkunden für Freitag noch Bestellungen für den „König unter den Scheinen“ aufgegeben und nutzten so die letzte Chance auf bankfrische 500er. Viel häufiger hätten Kunden nachgefragt, ob der Schein weiterhin gültig bleibe.

500-Euro-Banknote ist eine Seltenheit

Schnippering vermutet, dass viele Kunden trotz aller Warnungen Bargeld zuhause horten. Sie müssen nicht aktiv werden. Der Schein bleibt auch im Sparstrumpf gesetzliches Zahlungsmittel. Selbst Bankangestellte bekommen den 500er relativ selten in die Finger.

„Der Klassiker ist der Autokauf“ 

Im Sommer sei es jedoch häufiger vorgekommen, dass sich Menschen mit ausländischen Wurzeln vor ihrem Heimaturlaub kleinere Scheine in 500-Euro-Noten wechseln ließen, berichtet Schnippering. Ansonsten gebe es eigentlich nur einen Anlass, bei dem Kunden viele große Scheine bräuchten: „Der Klassiker ist der Autokauf“, sagt der stellvertretende Sparkassen-Sprecher.

Der größte Teil der Kunden überweist das Geld 

Das gilt vor allem bei Verkäufen unter Privatleuten. Bei Neu- und Gebrauchtwagenhändlern dagegen ist die Barzahlung schon seit einigen Jahren nicht mehr erste Wahl.

„Früher war Barzahlung gang und gäbe. Heute hat das deutlich abgenommen. Der größte Teil der Kunden überweist das Geld. Das ist für beide Seiten sicherer“, sagt Jadranka Culina, Geschäftsführerin von Auto Culina an der Lennestraße.

Seit dem Jahr 2000 verkauft sie Gebrauchtwagen und kann sich noch gut an den Abschied vom 1.000-Mark-Schein 2002 erinnern. Das langsame Ende des 500-Euro-Scheins verfolgt sie mit gemischten Gefühlen.

"Schön war er ja" 

Vielleicht werde sie ihn ein bisschen vermissen, sagt Jadranka Culina. „Es war mein bevorzugter Schein. Schön war er ja“. Künftig benötige man nun mehr Banknoten für die gleiche Summe. Aber, sagt Culina: „Geld ist Geld“.

Geldnote bleibt gesetzliches Zahlungsmittel 

Und so schnell wird der 500er angesichts von noch im Umlauf befindlichen 509 Millionen Scheinen nicht verschwinden – auch wenn jede 500-Euro-Note, die bei der Sparkasse landet, nun an die Bundesbank weitergegeben werden muss. Volker Schnippering: „500er, die nach dem 26. April bei uns abgegeben werden, kommen nicht zurück in Umlauf.“ Sie kommen in den Schredder.

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