Linke fordern „Plan B“ fürs Azubi-Ticket

Manuel Huff, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag.

Märkischer Kreis - Die Fraktion Die Linke im Kreistag fordert einen „Plan B“ für die Einführung des Azubi-Tickets, sollte es der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) nicht möglich sein, eine Ermäßigung für die Auszubildenden durchzusetzen.

„Dann müssen wir dafür sorgen, dass alle Azubis mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von bis zu 1000 Euro mit in das Sozialticket rutschen“, forderte Fraktionschef Manuel Huff.

Nach Angaben von MVG-Geschäftsführer Gerhard Schmier ist ein Alleingang beim Azubi-Ticket für den Märkischen Kreis nicht möglich. Denn die MVG gehört zum Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe, der vom Kreis Siegen-Wittgenstein im Süden bis zum Kreis Minden-Lübbecke im Norden reicht. Mit den vielen Partnern ist eine einvernehmliche Lösung notwendig. 

Derzeit laufen auf Verbandsebene die Diskussionen für eine entsprechende Tarif-Einführung. Anfang Oktober wird ein Gutachten erwartet, das klären soll, ob eine verbandsweite Gestaltung möglich ist. In seiner Sitzung am 11. Oktober will der Kreistag eine Entscheidung treffen. Es sei völlig unverständlich, warum es diese Möglichkeit hier nicht gebe, kritisierte Huff.

 In den beiden anderen großen Verkehrsverbünden in NRW sei es bereits gelungen, den Lehrlingen ein günstiges Angebot zu machen. „Nur hier klappt das wieder nicht.“ Deshalb müsse man auch ernsthaft darüber nachdenken, die Gruppe der Azubis mit in das Sozialticket zu integrieren, wenn es keine Fortschritte im Verband gebe. Kritik übte Huff am Verhalten der SPD. Gewerkschaften und Jusos forderten lautstark eine preisgünstige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, in den Ausschusssitzungen werde aber genau das verhindert. „Ein solches Verhalten finde ich unmöglich.“ 

Schon das Sozialticket sei aufgrund völlig falscher Berechnungen über Jahre hinweg verhindert worden. Heute gebe es durchweg positive Reaktionen. „Das Angebot ist eine unverzichtbare Hilfe für Menschen mit niedrigem Einkommen.“ 

Deutlich mehr Schwung wünscht sich Huff bei der Einführung von alternativen Antriebskonzepten. „Wir verspielen Chancen, wenn die Wasserstofftechnologie bei Bussen hier nicht berücksichtigt wird.“ Bei Müllheizkraftwerk in Iserlohn könne man den Wasserstoff praktisch nebenbei abgreifen. „Wir haben als Fraktion aber den Eindruck, dass sich viele Kreistagsmitglieder mit dem Thema gar nicht beschäftigen. Das ist nicht gewollt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare