Liese begeistert über Resonanz

"Leader": 28 Millionen Euro aus EU-Projekt nach Südwestfalen

Zahlreiche Zuhörer aus Südwestfalen informierten sich in Olpe-Sondern auf Einladung des CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese über das „Leader“-Programm und seine Folgen.
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Zahlreiche Zuhörer aus Südwestfalen informierten sich in Olpe-Sondern auf Einladung des CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese über das „Leader“-Programm und seine Folgen.

Südwestfalen -  Freude und Ernüchterung liegen mitunter dicht beieinander. Ein gutes Beispiel für den Gefühlsmix ist das „Leader“-Projekt für Südwestfalen. Elf Programme, initiiert in zahlreichen Städten und Gemeinden, haben den Zuschlag bekommen, 28 Millionen Euro stehen für die Konzepte bereit, aber wegen fehlender Richtlinien seitens des Landes kann es nicht losgehen.

Das gute Abschneiden bei den Bewerbungen war für den CDU-Europaabgeordneten Dr. Peter Liese ein willkommener Anlass, gemeinsam mit Vertretern aus Städten und Gemeinden die bisherigen Erfahrungen mit dem Programm und die Chancen für die Dorf- und Stadtentwicklung zu erörtern. Leader, ein Begriff aus dem Französischen, ist ein Konzept der Europäischen Union zur Unterstützung des ländlichen Raumes.

Bislang gehörten einige wenige Kommunen aus dem Hochsauerlandkreis zum illustren Förderzirkel, seit Mai ist Südwestfalen geballt vertreten. „Ich hatte mit vier bis fünf Regionen gerechnet, dass wir jetzt mit elf vertreten sind, finde ich sensationell“, bekannte Dr. Liese am Donnerstag in Olpe-Sondern vor rund 70 interessierten Zuhörern. Mit der „Lenne-Schiene“ (Altena, Finnentrop, Iserlohn, Nachrodt-Wiblingwerde, Plettenberg und Iserlohn), „Oben an der Volme“ (Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle) und der „Bürgerregion am Sorpesee“ (Arnsberg, Balve, Neuenrade und Sundern) ist der Märkische Kreis „sehr gut vertreten“.

Mit einem ganzen Ideenbündel haben die Volmekommunen die Wettbewerbsjury überzeugt. Nur zwei Beispiele aus einem umfangreichen Katalog: Es soll ein Netzwerk von Ehrenamtlichen entstehen, die „niederschwellige Dienstleistungen und Alltagshilfen“ anbieten. Für alle vier Kommunen ist ein gemeinsamer Tourismusmanager vorgesehen, der eine Vermarktungsstrategie entwickelt und umsetzt. Der Hochsauerlandkreis hat mit den Leader-Zuschüssen schon eine Vielzahl von Plänen umsetzen können. Freizeit und Tourismus spielen dabei ebenso eine zentrale Rolle wie Dorferneuerungen. Einen hochaktuellen Bezug hat das „Rucksackprojekt“: Dabei geht es um Sprachförderung und Elternbildung von Migranten.

Mit 28 Millionen Euro fließen in Nordrhein-Westfalen 40 Prozent der Fördergelder bis zum Jahr 2023 nach Südwestfalen, betonte Andreas Pletziger von der Bezirksregierung Arnsberg. Leader sei zugleich das „Schmiermittel“ für weitere Zuschüsse aus den Städtebau- und Dorfentwicklungsprogrammen. „Dadurch kann viel in Bewegung kommen.“ Ferdinand Aßhoff, ebenfalls von der Bezirksregierung, bedauerte, dass die Kommunen nicht arbeiten können. „Es läuft gerade nicht optimal. Hoffentlich liegen die Richtlinien dann als Weihnachtsgeschenk vor.“ Aßhoff plädierte dafür, im gemeinsamen Verbund auch das Vorhandene beim Nachbarn zu sehen und zu nutzen. „Nicht jeder muss alles haben.“ Aber Südwestfalen sollte grundsätzlich auch nicht zögerlich und bescheiden bei Anträgen sein, denn oft genug gelte das „Windhundprinzip“: „In den vergangenen zehn Jahren stand noch nie so viel Geld zur Verfügung. Wenn Sie es nicht nehmen, nehmen es andere.“

Dabei müssten die Ideen schon von den Bürgern kommen, machte Liese deutlich. „Das Geld ist nicht dazu da, die Wahlversprechen von Bürgermeistern zu verwirklichen.“

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