Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 123

Gordan Dudas: „Ich habe keinen Plan B“

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SPD-Landtagskandidat Gordan Dudas weiß den Kontakt mit Menschen aus dem Wahlkreis zu schätzen, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagte, aber ab und zu auch mal ein Essen als Privatmann im urigen „Anno 1900“ an der Humboldtstraße.

Lüdenscheid - Wir stellen in ausführlichen Portraits acht der neun Kandidaten für den Landtagswahlkreis 123 (Märkischer Kreis III) vor: an dieser Stelle Gordan Dudas von der SPD. Der neunte Kandidat, Jonas Pöhler von der Piratenpartei, war leider trotz mehrmaliger Ansprache nicht zu einem Treffen bereit.

Kein Stuhl gleicht dem anderen, auf der Fensterbank reiht sich ein Sammelsurium alter Dekorations- und Haushaltsartikel aneinander – von Lampen mit verschiedenen Schirmen bis zur alten Kaffeemühle. Bilder diverser Stile und Jahrzehnte hängen an den Wänden. Jack-Russel-Hündin Jacky begrüßt die Gäste. Das „Anno 1900“ an der Humboldtstraße gehört zu den Lieblingsorten von Gordan Dudas.

„Alle Gegenstände erzählen hier eine Geschichte und waren im Besitz von Menschen“, sagt der SPD-Landtagskandidat und schaut, ob sein Weißweinglas auf der cremefarbenen Häkeltischdecke einen sicheren Stand hat. „Hier kann man seine Gedanken schweifen lassen.“ 

Seit sieben Jahren für die SPD im Landtag

Zusammengetragene Dinge, von den Vorbesitzern mehr oder weniger geliebt, die nicht wirklich zusammenpassen, aber doch ein einheitliches Bild ergeben, findet der 46-Jährige, der bereits seit sieben Jahren für die SPD im Landtag sitzt. Hinzu kommt, dass er von hier aus zu Fuß nach Hause gehen kann. Und dass er auch mal, zwar in der Öffentlichkeit, aber doch als Privatmann an einem Rückzugsort, zusammen mit seiner Lebensgefährtin „urig, gemütlich und lecker“ essen gehen kann.

Gutes Essen, dafür nehme er sich als Hobbykoch auch zuhause gerne Zeit. Im Regal stehen fast 300 Kochbücher – „293 sind es gerade, glaube ich. Aber die sind nicht von der Stange, sondern aus dem Urlaub, mit Rezepten aus der regionalen Küche.“ Ob mediterran – „man kann mit einfachen Zutaten super zaubern“ – oder aus dem Elsass.

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Für gute Freunde gibt es dann und wann zu Wein oder Bier ein Drei-Gänge-Menü. „Nachdem sie zu Beginn immer nur Nettes gesagt haben, habe ich sie aufgefordert, auch mal was Konstruktives zu sagen, wenn zum Beispiel eine Zutat fehlt. Inzwischen werden meine Gerichte auch kritisch beurteilt.“

Kochbücher und Romane

Er komme nicht unbedingt oft zum Lesen, aber an die Kochbücher reihen sich im Regal Romane, erzählt Dudas. Krimis hauptsächlich, zum Beispiel aus der Reihe über Kommissar Dupin. Außerdem Fachliteratur, „historische und politische Bücher“.

Stichwort Politik, sein Werdegang im Überblick: Seit 1990 ist Gordan Dudas Mitglied der SPD, seit 2004 direkt gewählter Ratsherr in Lüdenscheid und Mitglied im Bauausschuss der Stadt, seit Juni 2010 Stadtverbandsvorsitzender der Lüdenscheider SPD und seit 2010 Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis 123/Märkischer Kreis III.

Familie, Kinder und Jugend ein Steckenpferd

Eines seiner Steckenpferde in der Landespolitik ist nach eigener Aussage der Bereich Familie, Kinder und Jugend. „Ich sitze im entsprechenden Ausschuss – und auch so habe ich viel mit Kindern, Jugendlichen und Schule zu tun.“ Ganz klar sei das. Die vier Kinder seiner Lebensgefährtin sind inzwischen zwischen 16 und 22 Jahren alt. 

Auch vor der Abgeordnetentätigkeit habe er, Verdi-Mitglied seit 1991, zwölf Jahre lang beruflich jeden Tag mit jungen Menschen zusammengearbeitet, als Ausbildungsleiter und Betriebsratsvorsitzender „eines großen Lüdenscheider Möbelhauses“. 

Bau und Verkehr ein zweites großes Thema

Sein zweites großes Thema im Landtag: der Bereich Bau und Verkehr – „genau wie in der Kommunalpolitik“. Im entsprechenden Landesausschuss für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr sitzt Dudas „wunschgemäß“ seit 2012. Im Jahr 2014 kamen weitere Aufgaben hinzu: Mitgliedschaften im Verwaltungsrat der Stadtwerke Lüdenscheid, im Lüdenscheider Hauptausschuss, im Landesparteirat der NRW-SPD sowie der stellvertretende Vorsitz des SPD-Unterbezirks Märkischer Kreis.

Zeit für Privates bleibe da neben all dem, und insbesondere momentan am Rande des Wahlkampfs, nicht. Besuche bei seiner Mutter gehören dazu. Und ein wenig Training im Fitness-Studio der Turboschnecken, wenn es denn zeitlich klappt. „Aber dieses Jahr noch nicht, wenn ich ehrlich bin. Nach der Wahl muss ich da auf jeden Fall wieder hin.“

Platz 68 auf der SPD-Landesliste

Am Sonntag schlägt die Stunde der Wahrheit: Über Listenplatz 68 hat Dudas kaum Chancen, in den Landtag einzuziehen. Es ist das Direktmandat über die Erststimmen, das ihm eine weitere Legislaturperiode in Düsseldorf sichern würde. Aber was, wenn nicht?

„Ich habe keinen Plan B. Das ist auch eine existenzielle Frage, aber damit setzt man sich vorher nicht auseinander, man setzt auf Sieg und fokussiert sich darauf.“

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