Die Landtagskandidaten im Märkischen Kreis - Wahlkreis 123

Freimuth: „NRW zum weltbesten Bildungsland machen“

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Heimspiel im Eiscafé Valentina. Die FDP-Landtagskandidatin Angela Freimuth im Gespräch an einem Lieblingsort

Schalksmühle - Wir stellen in ausführlichen Portraits acht der neun Kandidaten für den Landtagswahlkreis 123 (Märkischer Kreis III) vor: an dieser Stelle Angela Freimuth von der FDP. Der neunte Kandidat, Jonas Pöhler von der Piratenpartei, war leider trotz mehrmaliger Ansprache nicht zu einem Treffen bereit.

Angela Freimuth macht als Abgeordnete der FDP mittlerweile seit 17 Jahren Landespolitik in Düsseldorf, studierte zuvor Rechtswissenschaften in Bonn und fliegt im Urlaub gerne in die USA – die Heimat der 50-Jährigen ist aber weiterhin das Sauerland, der Wohnort seit einigen Jahren Schalksmühle.

Zum Gespräch mit unserer Redaktion kommt die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion ins Eiscafé Valentina und damit zu einem ihrer Lieblingsplätze in der Volmegemeinde. 

„Während der Kindergarten-Zeit meines Sohnes haben wir uns hier mit mehreren Eltern regelmäßig getroffen. Seitdem komme ich immer wieder gerne an diesen Ort. Auch als Wochenendausflug mit der Familie. Die Saperes sind reizende Gastgeber“, sagt Freimuth.

Herz schlägt für die gesamte Region

Das Herz der gebürtigen Lüdenscheiderin schlägt aber nicht nur für Schalksmühle, sondern für die gesamte Region. Deshalb löste die FDP-Politikerin nach ihrem zweiten juristischen Staatsexamen 1998 direkt ihren Zweitwohnsitz in Bonn auf, kam komplett ins Sauerland zurück. „Zum Unverständnis vieler Kommilitonen übrigens“, erzählt die 50-Jährige lachend. „Denen musste ich erstmal erklären, dass wir hier nicht die Hinterwelt sind.“

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Breitbandausbau im Märkischen Kreis

Damit dies weiterhin so bleibt, kämpft Freimuth mit ihrer Partei seit Langem um den Breitbandausbau im Märkischen Kreis: „Unsere Unternehmen operieren auf den Weltmärkten. Für die Jugend wird der Umgang mit digitalen Medien neben Lesen, Schreiben und Rechnen die Grundkompetenz des 21. Jahrhunderts werden. Da muss die Infrastruktur einfach stimmen.“

Um etwas verändern zu können, begann Freimuth, die damals noch eine Ausbildung zur Werkzeugmacherin bei Busch-Jaeger Elektro in Lüdenscheid absolvierte, bereits Ende der 1980er-Jahre mit politischer Arbeit. „Zuvor gehörte ich als junge Erwachsene auch zu denen, die nur gemeckert haben“, erzählt Freimuth. „Was tust du denn, damit es anders wird“, habe eine Freundin sie dann jedoch gefragt. „Darauf konnte ich auch nach langem Nachdenken keine Antwort geben. Danach habe ich angefangen, mich mit den Programmen der Parteien zu beschäftigen“, erinnert sie sich.

Seit 1987 in der FDP

Dieser politische Orientierungsprozess endete mit dem Eintritt in die FDP 1987. „Dass es diese Partei wurde, hat mich anfangs selbst überrascht. Aber das Konzept, dem einzelnen mehr zuzutrauen, Verantwortung zu übertragen und Chancen zu eröffnen, insgesamt freiheitlicher, toleranter zu denken und im Gegensatz zu politischen Mitbewerbern nicht über die Köpfe der Menschen hinweg entscheiden zu wollen, was für sie richtig ist, finde ich nach wie vor bestechend“, sagt Freimuth.

Ein langer Atem sei erforderlich

Nach 30 Jahren in der Politik habe sie zwar lernen müssen, dass die Welt nicht „mal eben“ gerettet werden kann und für politische Gestaltungsbeschlüsse bisweilen ein langer Atem erforderlich ist. Die Begeisterung in diesem Amt gestalten zu können, ist jedoch so groß wie am ersten Tag. „Deshalb würde ich mich freuen, diesen Auftrag mit meiner Partei von den Bürgern am 14. Mai zu erhalten“, sagt Freimuth.

In diesem Fall gelte es zunächst Nordrhein-Westfalen zum „weltbesten Bildungsland“ zu machen. „Ob Unternehmen, Uni-Professoren oder Öffentlicher Dienst, überall fehlt geeigneter Nachwuchs. Deshalb muss an der Qualität der Bildung viel getan werden, NRW darf nicht den Anschluss verlieren“, sagt Freimuth, die damit auch hofft, Fachkräfte in ausreichender Anzahl für das Sauerland – ihre Heimat – langfristig zu gewinnen.

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