Kripo schellt Diebesbande aus dem Schlaf

ISERLOHN - Eine Einbruchsserie, von der insbesondere Kindergärten im Märkischen Nordkreis betroffen waren, scheint aufgeklärt. Vier Tatverdächtige wurden am Donnerstag vorläufig festgenommen.

Die jungen Männer stehen im dringenden Verdacht, für zahlreiche Einbruchsdiebstähle seit November 2013 sowohl in Iserlohn als auch in Einzelfällen in Hemer und Menden verantwortlich zu sein. Insbesondere eine Serie von Kindergarteneinbrüchen mit teilweise hohen Sachschäden bei geringer Beute ließen schnell vermuten, dass hier eine örtliche Einbrecherbande ihr Unwesen trieb.

Nach Spurenauswertung und ersten Zeugenhinweisen geriet eine Gruppe von jungen Erwachsenen in den Fokus der Iserlohner Ermittlerin. Nach Identifizierung der Gruppenmitglieder und Feststellung der Aufenthaltsorte erfolgte am Donnerstagmorgen der Zugriff. Mit Unterstützung der Iserlohner Streifenbeamten wurden zwei Objekte umstellt und die Tatverdächtigen geweckt. Alle vier wurden in Gewahrsam genommen und anschließend umfangreich vernommen.

Bisher werden dem Quartett 29 Einbruchsdiebstähle vorgeworfen

Nach jetzigem Ermittlungstand ergibt sich folgendes Bild:

Unter wechselnder Tatbeteiligung - mal zu zweit, mal zu viert oder auch mit weiteren Tatverdächtigen - zogen die Täter los und drangen gewaltsam in folgende Kindergärten ein, um nach versetzbaren Gegenständen oder Lebensmitteln zu suchen: in Iserlohn in der Aloysiusstraße, Hindenburgstraße, Bertha-von-Suttner-Straße, Schulstraße, Dröscheder Feld, Schlesische Straße und in der Kantstraße sowie in Kalthof und Hennen.

Mittäter als "Taxidienst" in die Nachbarstädte

Einige Objekte wurden mehrmals heimgesucht, in wenigen Fällen zog man ohne Beute ab. Mit dem Erlös der verkauften Beute (Laptops, Kameras u.a.) finanzierten die jungen Erwachsenen ihren Drogenkonsum. Je weniger "erwirtschaftet" wurde, desto schneller erfolgte der nächste Einbruch. Dabei gerieten auch Wohnungen am Voweydeweg und Am Erbenberg sowie die Schulgebäude in Hennen, an der Stenner und am Schleddenhofer Weg sowie der Jugendtreff im Hombruch in die Auswahl.

Zu Tatorten außerhalb des Nahbereichs ließen sich die jungen Männer von einem Mittäter fahren. So gelangten sie zur Wilhelm-Busch-Schule in Hemer, dem Vereinsheim des BSV Menden und dem Jugendtreff Bösperde. Neben dem Quartett waren mindestens drei weitere Personen aus dem Umfeld aktiv, gegen die bereits Ermittlungen laufen.

21-jähriger Haupttäter ist bereits einschlägig vorbestraft

Als Haupttäter der bisher 29 vorgeworfenen Einbruchsdiebstähle kristallisiert sich nach den Vernehmungen ein 21-Jähriger heraus, gegen den bereits einschlägige Vorverurteilungen vorliegen. Er und ein 19-jähriger Mittäter, mit ähnlicher Vorgeschichte, wurden bereits am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt.

Die beiden anderen Festgenommenen entgingen aufgrund ihrer gesicherten Wohnsituation und fehlender einschlägiger Vorverurteilungen zunächst einer weiteren Inhaftierung. Hier bleibt, wie auch bei den restlichen Tatbeteiligten, der Ausgang des Strafverfahrens abzuwarten.

Die Recherchen zum gesamten Tatumfang werden erfahrungsgemäß noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Einige sichergestellte Beutestücke werden in naher Zukunft an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare