Lob im Kreistag

Fast eine Million Fahrten: MVG-Sozialticket macht Bedürftige mobil 

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Das Mendener Unternehmen HJS und die MVG stellten im Herbst den ersten nachgerüsteten und Tüv-geprüften MVG-Bus vor.

Märkischer Kreis - CDU-Fraktionschef Karsten Meininghaus hat in seiner Haushaltsrede vor dem Kreistag das Sozialticket ausdrücklich gelobt.  

„Rund eine Million Beförderungsfälle hat die MVG durch die Einführung mehr zu verzeichnen.“ Damit zeichne sich ein Erfolg des Tickets ab, das dank der Fördermittel auch keine weiteren Kosten verursache. Seit April ist das Angebot im Programm.

Lange Zeit hatte es Kontroversen um die Einführung des Sozialtickets gegeben - auch aus den Reihen der Union gab es Widerstand. Der Nahverkehr spielte bei fast allen Rednern während der Haushaltsdebatte im Kreistag eine Rolle - aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Dass SPD, FDP und CDU sich für die Nachrüstung der Euro-5-Busse entschieden hätten, wertete Meininghaus als wichtigen Schritt, den Stickstoffdioxid-Ausstoß zu senken. Walter Gertitschke (UWG) und Manuel Huff (Linke) zählten den Diesel-Beschluss nicht zu einem politischen Meilenstein.

 „Ein reiner Schauantrag“ sei die Vorlage gewesen, kritisierte der UWG-Chef. Die MVG habe auch ohne offizielle Beauftragung bereits erfolgreich an dem Thema gearbeitet. Die politische Entscheidung sei darum „durchschaubar, überflüssig und mit schalem Nachgeschmack“. 

Linke vermissen moderne Tarifsturk

Manuel Huff vermisst Grundsätzliches in der Verkehrspolitik: „Die von uns beantragte Einführung von Wasserstoffbussen sucht man vergebens. Außerdem fehlten moderne Tarifstrukturen wie das 1-Euro-Ticket pro Tag und Konzeptionen für die Anbindung kleiner Kommunen an Lüdenscheid oder Iserlohn. 

Die Einführung des Azubitickets ist aus Sicht von SPD-Fraktionschef Wolfgang Rothstein der Schritt in die richtige Richtung. Der Beschluss für eine Netzkarte im Westfalentarif zum Preis von 62 Euro im Monat soll in der nächsten Woche fallen, die Ausgabe beginne im August. 

FDP sieht Regionale kritisch

Die Regionale 2025 unterzog der FDP-Vorsitzende Axel Hoffmann einer kritischen Analyse. Der Bürger werde zu wenig in die Prozesse eingebunden, so der Liberale. Zu vieles spiele sich nur noch in politischen Gremien ab. Dass Siegen als Oberzentrum an Gewicht gewinne, während der Kreis gleichzeitig an Bedeutung verliere, werde leider gar nicht thematisiert.

 Die Grünen sehen sich in ihrer Kritik am zögerlichen Ausbau der Kitas im Jugendamtsbereich des Kreises bestätigt. Vorsitzende Renate Oehmke: „Viel zu lange wurde uns gesagt, es gebe keinen Bedarf im ländlichen Raum. Das Gegenteil ist der Fall.“

Dennoch: Mit großer Mehrheit beschlossen die Mitglieder des Kreistages den Etat für 2019. Er sieht Ausgaben hin Höhe von 548,7 Millionen Euro vor. Dem stehen Erträge über 544,7 Euro gegenüber. Die Differenz von vier Millionen Euro wird durch die Ausgleichsrücklage gedeckt. Gegen das Zahlenwerk stimmte allein die dreiköpfige Fraktion der Linken. 

      

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