Kreishandwerkerschaft feiert gut gelaunt

Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden trafen sich beim 20. Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft.

MÄRKISCHER KREIS ▪ Mit einem Versprechen begrüßte Kreishandwerksmeister Hans Joachim Künzel am Freitag die Gäste des 20. Neujahrsempfangs der Kreishandwerkerschaft in Iserlohn: „Bis 12 Uhr beleidige ich keine Bürgermeister.“ Und spielte damit gewohnt launig darauf an, dass im vergangenen Jahr Mendens und Altenas Stadtoberhäupter nach deutlicher Kritik die Veranstaltung demonstrativ verlassen hatten.

Von derartigen Verstimmungen war am Freitag nichts zu spüren. Im harmonischen Rahmen trafen sich die rund 120 Gäste aus Handwerk, Politik, Wirtschaft und Verbänden zu Kontaktpflege und Gedankenaustausch. Zur guten Stimmung trug dabei sicher die wirtschaftliche Allgemeinsituation bei. „Es geht uns gut. Wir haben keinen Grund zu klagen“, zeigte sich Künzel gutgelaunt. Für die Politik, auch vor Ort, hatte er diesmal Dankesworte übrig: „Das Konjunkturprogramm hat uns über die Jahre 2008 und 2009 geholfen.“ Gleichwohl warnte er vor Steuererhöhungen: „Wir brauchen das Geld für Investitionen und Rücklagen.“

Damit landete er direkt beim Festredner des Empfangs. Werner Böhnke, Vorstandsvorsitzender der WGZ Bank (Zentralbank der Volksbanken Raiffeisenbanken), sprach zum Thema „Mache deinen Kunden erfolgreich – Zur Rolle der Banken in Zeiten der Krise“. Böhnke zeichnete ein differenziertes Bild der Bänker, die mittlerweile in der Rangliste der beliebtesten Berufe auf dem vorletzten Platz gelandet sind.

Er versteht die Ängste der Menschen und hält die Kritik an den Banken für nachvollziehbar. Doch er warnte vor Verallgemeinerungen: „Es gibt nicht die Banken.“ Auf ihrer Seite habe es Täter gegeben, aber auch Opfer, nämlich die, die solide gearbeitet haben. Sie würden, ohne an der Bankenkrise mitgewirkt zu haben, unter der Flut an regulatorischen Maßnahmen leiden. „Es ist fraglich, ob die an der richtigen Stelle angesetzt werden“, stellte Böhnke sie in Frage. Der „graue Kapitalmarkt“ sei nicht angegangen worden, Investmentbanken seien schon wieder durch die Hintertür ins Casino geschlüpft.

Die genossenschaftlichen Banken hätten sich nicht aufs Parkett der Spekulation begeben – die Kunden honorierten dies. Der WGZ Bank-Chef warnte davor, Schulden durch noch höhere Schulden abzutragen. Ums Sparen kommen man nicht umhin – auch wenn dies das unsicherste Mittel zur Wiederwahl sei. Sein Rat: „Trauen Sie Ihrem gesunden Menschenverstand. Lassen Sie sich nicht von Verlockungen verführen. Und wenn alle es machen, muss es nicht richtig sein.“

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