Beratung am Mittwoch im Ausschuss

Kreis will Breitband-Offensive

Die Breitbandversorgung in Gewerbegebieten des Kreises soll deutlich besser werden.

Märkischer Kreis - Eine führende Region in der Metallverarbeitung, die Heimat herausragender Automobilzulieferbetriebe, eine kunststoffverarbeitende Industrie der Extraklasse und richtungsweisend in der Licht- und Sanitärbranche – an Superlativen fehlt es bei Beschreibungen des Wirtschaftsstandortes Märkischer Kreis nicht. Im digitalen Bereich ist die Situation dagegen mau. Doch das soll sich ändern.

Nach einer Bestandsaufnahme der Bezirksregierung Arnsberg ist die Breitbandversorgung in den 15 Städten und Gemeinden des Kreises sehr unterschiedlich. Bei der Datenübertragung von 50 Mbit/s und mehr kommt die Stadt Lüdenscheid auf einen Versorgungsgrad von 90,2 Prozent, schon deutlich abgeschlagen folgen Menden (77,4), Hemer (73,8) und Iserlohn (73,6) auf den weiteren Plätzen. Schalksmühle (ein Prozent), Meinerzhagen (1,1) Kierspe und Balve (jeweils 1,6) sind in dieser Leistungskategorie völlig abgehängt.

Für den SPD-Kreistagsabgeordneten und Aufsichtsratsvorsitzenden der Telemark, Harald Metzger, ist der Breitbandausbau in den Gewerbegebieten eine vorrangige Aufgabe.

Am Mittwoch steht das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses für Struktur, Wirtschaft und Verkehr. Der Märkische Kreis schlägt einen gemeinsamen Förderantrag für seine angehörigen Städte und Gemeinden vor, um die Datenautobahn in den Gewerbegebieten konsequent auszubauen. Dafür können Mittel aus dem Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes in Anspruch genommen werden.

Der Eigenanteil des Kreises liegt danach bei 20, der Fördersatz des Landes bei 80 Prozent. Nach der Kostenschätzung von Kreiskämmerer Fritz Heer summieren sich die Gesamtausgaben auf rund 11,2 Millionen Euro, der Anteil des Kreises beträgt danach 2,24 Millionen Euro. Würden die Kommunen als einzelne Antragsteller auftreten, kämen aus Düsseldorf lediglich 60 Prozent an Zuschüssen. „Deshalb macht die Bündelung durch den Kreis Sinn“, so Harald Metzger.

Die Telemark, eine gemeinsame Gesellschaft der Stadtwerke Lüdenscheid, Iserlohn und Menden, habe zum Beispiel Gewerbegebiete in Lüdenscheid am Freisenberg und in Rosmart erschlossen und zuletzt die neue Einrichtung der KDVZ in Hemer mit Glasfaser versorgt. Der Standort Rosmart habe lange unter den fehlenden Breitbandanschlüssen gelitten. Die Telemark investiere regelmäßig 1,5 Millionen Euro und verbuche einen mittleren sechsstelligen Gewinn. „Wir werden auch weiterhin Geld in die Hand nehmen und sind offen für weitere Gesellschafter.“

Angesichts der wachsenden Bedeutung der schnellen Netzverbindungen ist es Metzger allerdings unverständlich, dass im ersten Förderzeitraum des Landes (2011 bis 2015) lediglich Lüdenscheid und Herscheid eingebunden waren. „Alle anderen Kommunen hatten sich nicht beteiligt.“

Die Tele-Kommunikations-Gesellschaft Südwestfalen, an der der Märkische Kreis mit 21,4 Prozent beteiligt ist, soll das Ausschreibungs- und Förderverfahren betreuen. Metzger: „Wir haben auf diesem Gebiet einen gewaltigen Nachholbedarf und müssen dringend etwas tun.“

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